Der Wald-Solar-Heim-Express aus Berlin traf am Dienstagnachmittag pünktlich ein. Rund 40 Fahrgäste hatten die Reise zum Werkstattgelände in Eberswalde mitgemacht. Dort wurden sie musikalisch vom Ensemble Exquisit empfangen.
Die ersten Arbeiten hatten im September 2011 begonnen. "Die Baubetriebe mussten so manche Sonderschicht einlegen. Der Einsatz hat sich gelohnt", sagte Geschäftsführer Ulrich Wolff. Mit der Erweiterung der Werkstatthalle einschließlich Werkstattgleisen hat sich auch die Nutzfläche um mehr als 3000 Quadratmeter erhöht. 2900 Tonnen Beton und 288 Tonnen Stahl wurden dabei verbaut sowie 28 000 Meter Kabel gezogen. Entstanden sind außerdem drei zusätzliche Büroräume sowie größere Sozialräume für die Werkstattmitarbeiter. Am nur13 Monate währenden Ausbau waren insgesamt 22 unterschiedliche Gewerke beteiligt "Wir sind diejenigen, die diese Werkstatt brauchen. Inzwischen werden drei Baureihen am Standort Eberswalde betreut", so der Sprecher der Geschäftsführung der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft (ODEG), Arnulf Schuchmann.
"Ich freue mich, dass die ODEG mit dem Werkstattausbau ein klares Bekenntnis zum Standort Eberswalde abgegeben hat. Zudem zeigt die Entscheidung, die Instandhaltung im eigenen Haus zu behalten, dass Sie sich mit der Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen vor Ort Ihrer sozialen Verantwortung bewusst sind", sagte Bürgermeister Friedhelm Boginski, der zu den ersten Gratulanten am Dienstagnachmittag gehörte.
Rund 9000 Einpendler verzeichne die Stadt, aber auch 5000 Pendler, die unter anderem in Berlin arbeiteten. Eine Verkürzung des Fahrtaktes in die Hauptstadt sei aus diesem Grund mehr als notwendig. "Wir hoffen auch, dass die Direktverbindung Eberswalde-Berlin-Schönefeld Bestandteil des Planung 2016 bleibt", so der Bürgermeister, der gemeinsam mit Landrat Bodo Ihrke die ODEG schriftlich um Unterstützung bitten will. "Wir haben die Entwicklung des Unternehmens wohlwollend begleitet. Sie sind ein Vorzeigebtrieb, über den man sich freut", bescheinigte Ihrke der ODEG und ihrer 100-prozentigen Tochter ODIG. Den geistigen Beistand für die Werkstatteröffnung leistete der Finower Gemeindepädagoge Martin Appel. "Das ist das erste Mal, dass ich zu solch einer Segenssprechung eingeladen wurde", gestand er. "Der Segen Gottes bedeutet den Wunsch, dass die Menschen nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten, Unfall und Gefahr abgewendet bleiben", gab er auf den Weg.
36 Mitarbeiter werden ab 1. Dezember in der erweiterten Werkstatthalle beschäftigt sein. Acht Beschäftigte, die neu hinzukommen, drücken derzeit noch die Schulbank im Bildungswerk Angermünde. Mit Berufsabschlüssen der Metall- und Elektrobranche in der Tasche lassen sie sich jetzt zum Mechatroniker für Schienenfahrzeugtechnik ausbilden.