Die Dose ist versenkt. Eine Schippe die Bauherrin, eine Schippe der Bauherr, eine der Bürgermeister, eine der Landrat, eine der Chef vom Klinikkonzern und eine die Geschäftsführerin – der Beton kann nun aushärten.
„Unsere Große hat hier noch Einschulung gefeiert“, erzählt Stefanie Prietz. Beinahe 20 Jahre ist das her. Damals und bis vor zwei Jahren noch stand in der Finowfurter Hauptstraße 141 der Steinfurther Krug. Den Abriss übernahm die Firma Prietz. „Da kam uns die Idee, hier zu bauen“, sagt die Frau des Unternehmers. „Wir dachten erst an ein Wohngrundstück für eins von den Kindern“, erzählt Stefanie Prietz weiter. „Der Bürgermeister fragte uns dann, ob wir nicht vielleicht ein bisschen größer bauen wollen.“
Nach Gesprächen mit einem weiteren Partner – dem Klinikkonzern Gesellschaft für Leben und Gesundheit (GLG) waren Prietzens schnell einverstanden. Als Privatleute bauen sie nun zweistöckig. Im oberen Stockwerk sollen fünf Wohnungen entstehen. Und eine davon ist im Grunde bereits vermietet: als Aufenthaltsraum für das in den unteren Räumen tätige Personal.
Aus dem Sprachgebrauch war die gute, alte Poliklinik nie ganz verschwunden. Seit einigen Jahren ist das nicht unähnliche Modell der medizinischen Versorgungszentren (MVZ) bundesweit gang und gäbe. Auch Finowfurt steht nun in den Startlöchern. „Hier kommt vieles zusammen“, sagte GLG-Chef Harald Kothe-Zimmermann bei der Grundsteinlegung. Ein Privater, der Interesse habe und ein Bürgermeister, der tue, „was ein Bürgermeister eigentlich tun muss: ein Netzwerk bilden“, so Kothe-Zimmermann. „Der Beginn war eigentlich, dass Bürger auf uns zugekommen sind, die sagten: Die Wartezeiten in den orthopädischen Praxen sind so lang, Bürgermeister, Du musst was tun“, erinnerte Schorfheides Bürgermeister Uwe Schoknecht selbst. Er habe bald festgestellt, dass das im Alleingang nicht möglich sei. Als „Frage der Kreativität“ bezeichnete es Landrat Bodo Ihrke (SPD), angesichts des demografischen Wandels neue Versorgungsformen zu finden. Der Auftrag sei auch, private Ärzte nicht zu verdrängen. Welche Ärzte in Finowfurt einziehen, steht noch nicht fest. Übernehmen wird den Praxisbetrieb die GLG-Tochter MEG Medical Center, die auch ein medizinisches Versorgungszentrum im Eberswalder Leibnizviertel betreibt. „Wir hoffen, dass das Haus im Oktober bezugsfertig ist“, sagt Stefanie Prietz.