"Wir wollen Kinder und insbesondere Schüler motivieren, sich für die Geschichte, die Gegenwart und die Zukunft des Finowkanals zu interessieren", sagt Hartmut Ginnow-Merkert, Vorsitzender des Vereines Unser Finowkanal. Vor diesem Hintergrund hatte der Verein eine Projektidee für Eberswalder Schulen angeregt, die sich mit dem Thema beschäftigte. Beteiligt hatten sich das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium und die Grundschule Finow.
Zum Auftakt erlernten die Schüler den Umgang mit der historischen Schleusentechnik. Symbolisch wurden sie im April zu Junior-Schleusenwärtern ausgebildet. Für die kreative Auseinandersetzung mit der Idee wurde die Klasse 5 der Grundschule Finow und ihre Klassenleiterin mit einem Klassensatz T-Shirts, einem Buch zu den Spuren der Industrialisierung am Finowkanal von Hans Jörg Rafalski mit dem Titel "Erosion" und einer Floßfahrt auf dem Finowkanal ausgezeichnet.  Zur Übergabe vor Ort waren Hartmut Ginnow-Merkert und Steven Hochwald vom Wasser- und Schifffahrtsamt. Die Schüler des Humboldt-Gymnasiums waren bereits im Rahmen des Hafenfestes Ende Mai bedacht worden.
Klassenleiterin Cornelia Splittgerber hatte ihre Klasse in drei Gruppen aufgeteilt, die sich mit unterschiedlichen Aufgaben beschäftigen sollten. Einige Schüler fertigten ein Modell eines Wassersolarfahrzeuges an, andere erstellten ein Würfelspiel, das sich einer Schleusenfahrt widmete und die dritte Gruppe hatte Bilder gemalt, die Zukunftsvisionen am Ufer des Kanals, darunter Freizeitparks und Bademöglichkeiten, zeigten.
Fernziel ist der Status Welterbe
Der Verein "Unser Finowkanal" setzt sich unter anderem für den Erhalt der zwölf historischen Schleusen und deren Betrieb ein, um eine durchgängige Befahrbarkeit der alten Wasserstraße zu gewährleisten. Weitere Aufgabenfelder sind der Erhalt der historischen Baudenkmale aus der Pionierzeit der Industrialisierung sowie die Förderung der Zusammenarbeit aller Beteiligten.
Fernziel ist die Anerkennung des Finowkanals als Unesco-Welterbe. Der Verein sieht darin eine wassertouristisch-wirtschaftliche Entwicklungschance für die Region. "Wir sehen das Besondere vor unseren Augen manchmal gar nicht", meint auch Karsten Boldt, Schulleiter der Gesamtschule Finow.