Ort und Name waren Programm. Energie-Campus. Zudem: Sonnabend war der Tag der erneuerbaren Energien und der Tag des Baumes. Es war ein Empfang in und mit der Natur. Zwischen Waldsolarheim und Zainhammer Mühle. Gastgeber Friedhelm Boginski bekannte denn in seiner Rede, dass dieser Campus, zu dem auch die Oberförsterei gehört, "das schönste Eingangstor der Kreisstadt" ist. Es stehe für die Eberswalder Tradition, sei aber zugleich der Zukunft zugewandt. Etwa mit dem Zentrum für erneuerbare Energien.
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Traditionell warf der Rathauschef beim Empfang einen Blick zurück auf das vergangene Jahr und sprach ebenso über die Herausforderungen. Zwei liegen Boginski besonders am Herzen: der Erhalt des DB Fahrzeuginstandhaltung Werkes sowie die Aufnahme und Integration von Asylbewerbern. Den Bahnwerkern rief das Stadtoberhaupt zu: "Wir sind an eurer Seite." Um die Eberswalder sogleich für den 1. Mai auf die Demonstration vor dem Werktor einzuschwören. Mit Blick auf die wachsenden Flüchtlingsströme rief der Rathauschef in Erinnerung: "Eberswalde hat immer von Zuwanderern gelebt." Vor Jahrhunderten wie auch aktuell . Viele der Spätaussiedler, die nach der Wende kamen, seien heute anerkannte Geschäftsleute oder Stadtverordnete. "Ich bin froh über die Willkommenskultur", sagte er unter dem Beifall der Gäste.
Umweltminister Jörg Vogelsänger, vormals Chef des Bauressorts in der Landesregierung, bescheinigte der Stadt, eine sehr gute Entwicklung genommen zu haben. "Was hier in den 25 Jahren seit der Wende geschaffen wurde, kann sich sehen lassen." Das erste Mal sei er 1984 in Eberswalde gewesen. Um seine Frau, die damals an der Medizinischen Fachschule studierte, zu besuchen. "Da war alles noch ein bisschen grau."
Heute hingegen ist Eberswalde grün. Wovon sich die Gäste beim Lustwandeln im Schwärzetal überzeugen konnten. Ob beim Besuch der neuen Ausstellung "Unser Haus spart Energie" im Scheer-Haus, ob bei der Tümpeltour der Oberförsterei, bei der Falknervorführung, bei der Führung der Stiftung WaldWelten "Entdeckungen im Zauberwald" oder der Tierparade des Zoos. Clown Frieda und Saxophonist Ronald Köhler verkürzten mit ihren Darbietungen gewissermaßen den Weg vom Energie-Campus zum Forstbotanischen Garten oder zur Zainhammer Mühle. Sorgten unterwegs für Unterhaltung. Zur Freude der großen und kleinen Gäste.
"Es ist wie immer sehr schön", befand Gerda Mennicke, die schon einige Jahresempfänge der Stadt Eberswalde miterlebt hat. "Es ist immer ein wenig anders. Jeder Ort hat eben seine Besonderheit." Gemeinsam mit Irmela Kluge nutzte sie die Gelegenheit für einen Rundgang durch den Forstbotanischen Garten. "Die Stadt hat sich große Mühe gegeben, für alle etwas zu bieten." - "Es ist eine angenehme Atmosphäre. Und es gibt vor allem schöne Angebote für Kinder", stimmte Anna Groß zu, derweil Tochter Alma (5) sich gerade bei Andreas Rumpelt im Baumklettern versuchte. Lob gab es nicht nur von den Eberswaldern, sondern auch von auswärtigen Gästen. "Sehr schön", urteilte Nicole Grimm aus Liepe, die zuvor schon den Zoo besucht hatte, oder auch Danny Milenz aus Angermünde, dessen Tochter Jessy (9) ebenfalls Mut beim Klettern bewies. Und während das Akkordeonorchester "Alt wie ein Baum" spielte, pflanzten die Honoratioren den Baum des Jahres, einen Feldahorn.