Hinter dem Quartett liegt ein zweiwöchiges Praktikum. Die Männer haben in Schulen, Pflegeheimen, Büros geputzt. Zwei andere haben das Praktikum abgebrochen. Die zwei Afghanen und zwei Iraner haben indes durchgehalten. Und sie wollen bei der Stange bleiben. Am liebsten mit einem Arbeitsvertrag, um Geld zu verdienen. Ist Ausbildung ein Option? "Erst arbeiten. Deutsch verbessern. Vielleicht dann Ausbildung", sagt der 20-jährige Abas.
Eckhard Schmidt, Chef des Bereichs Sonderreinigung bei Platz, bestätigt: Dreh- und Angelpunkt sei die Sprache. Die vier Flüchtlinge haben zwar an einem Sprachkursus teilgenommen. Mit Erfolg. Doch das erreichte Niveau lange nicht. In der Reinigungsbranche werden Chemikalien eingesetzt. Die Kollegen müssten die Anwendung verstehen, müssten sicher sein im Umgang mit den Verfahren und den Mitteln. Arbeitsschutz, Sicherheitsbestimmungen, Warnhinweise - all das müssten sie verinnerlichen. Was ein Verstehen voraussetzt. Fachspezifische Vokabeln, Termini spielten eine Rolle, die sie eben nicht in einem gewöhnlichen Lehrgang erlernen. "Wir brauchen einen Dolmetscher", fordert Schmidt. Gleichzeitig müssten sich die Kollegen natürlich selbst um die Verbesserung ihrer Sprachkenntnisse und -fähigkeiten bemühen. Was am besten im Alltag, im Zusammenleben gelinge, so Schmidts Auffassung. Zwei der vier Flüchtlinge bestätigen: Ja, ja. Sie würden Fußball spielen. Bei Preussen. Na bitte.
Zurück zum Job: Die vier erhalten ein Angebot von Platz. "Denn wir haben großes Interesse an neuen Arbeitskräften", heißt es. Doch bevor sie starten können, brauchen sie eine Arbeitserlaubnis. In drei Fällen ist die Ausländerbehörde zuständig, in einem das Jobcenter.
Kerstin Falke, Leiterin des Grundsicherungsamtes, bekräftigt: "Wir wollen, dass Integration gelingt. Arbeit spielt dabei eine entscheidende Rolle." Der Berufsbildungsverein, der die vier betreut und die Verbindung zur Wirtschaft hergestellt hat, sei ein sehr verlässlicher Partner. "Ankommen, unterbringen, versorgen - das kann nur ein erster Schritt ein", sagt Anke Neufang vom BBV, der die Unterkunft "Haus der Tolerenz" betreibt. Der zweite, nicht minder wichtige sei die Integration. Deshalb engagiere sich der Verein auch dort.