Vor ziemlich genau einem Jahr hatte sich der Flugplatz Finow noch als Drehkreuz für den irischen Billigflieger Ryanair empfohlen. Bis zu 85 Tonnen schwere Linienmaschinen sollten in Eberswalde starten und landen können. Dafür hatte sich der damalige Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Tower Finow GmbH, Reinhard Wolk, 
eingesetzt.
Nun scheint das Aus für den Verkehrslandeplatz besiegelt. Reinhard Otto, Liquidator der Tower Finow, hat die veränderte Betriebsgenehmigung, die landläufig oft als Entwidmung bezeichnet wird, beantragt, wie jetzt bekannt wurde.
„Das Ziel ist ein Sonderlandeplatz mit verkürzter Start- und Landebahn“, bestätigt Wolfgang Fried, Leiter der Oberen Luftfahrtbehörde. Allerdings handle es sich um einen sogenannten Vorbehaltsantrag. Für das Verfahren seien noch einige Voraussetzungen zu klären. „Wir entscheiden das nicht allein“, so Fried.
Bislang gilt die Betriebsgenehmigung für die 2520 Meter lange Start- und Landebahn. Flugzeuge mit einer Abflugmasse bis zu 14 Tonnen dürfen abgefertigt werden. Beantragt sei nun eine Bahn mit 1285 Metern Länge, Sicherheitsstreifen von zweimal 60 Metern sowie zusätzlichen 200 Metern, sagt Otto. Auch damit könne theoretisch weiterhin ein Verkehrslandeplatz betrieben werden. „Die künftigen Eigentümer wollen ihn aber als Sonderlandeplatz führen. Uns ist das ja eigentlich egal. Wir wollen nur die Verkürzung, um die Solarflächen zu gewinnen.“ Zu welchen Zeiten öffentlich geflogen werden darf, läge dann bei den Betreibern. „Ein Sonderlandeplatz ist für bestimmte Zwecke definiert“, erläutert auch Fried von der Luftfahrtbehörde. Einen Flugplatz nicht nur zu „Rosinenzeiten“ zu besetzen, wäre natürlich wesentlich teurer.
Zum Thema wurden die Pläne auf dem Flugplatz auch im Bau- und Wirtschaftsausschuss des Kreistages am Mittwochabend. Dort informierte Carsten Bockhardt (CDU), Wirtschaftsdezernent und Vizelandrat, über den Stand der Dinge. „Wir haben deutlich gemacht, dass wir diese Entwicklung aus wirtschaftlicher Sicht nicht befürworten“, sagte Bockhardt. Da der Platz in Privatbesitz ist, könne jedoch nur über das Planungsrecht Einfluss genommen werden. „Und das liegt bei der Gemeinde Schorfheide.“
Die Gemeinde ist derzeit dabei, Baurecht für den Solarpark zu schaffen. Als Eigentümer für diese Flächen hat sich die Firma solarhybrid empfohlen. Ende Mai sollen die Gemeindevertreter über die fertige Planung entscheiden. Als „sehr ehrgeizig“ bezeichnete Bockhardt die Zeitschiene. „Nach den mir vorliegenden Informationen soll die Firma nur Interesse an dem Deal haben, wenn es noch gelingt, die Einspeisevergütung zu erhalten.“ Bis 28. August müsse die Anlage demnach stehen.
„Das ist eine ziemlich wilde Angelegenheit“, reagierte etwa Uwe Ebert, sachkundiger Einwohner, auf die Ausführungen. Ihm gab nicht nur Bockhardt Recht. „Was mich interessiert, ist ein Überblick, was an Fördermitteln in den Flugplatz geflossen ist", sagt Veiko Kunkis, ebenfalls sachkundiger Einwohner. „Gibt es rechtliche Möglichkeiten, sich etwas vom Verkaufserlös zurückzuholen?“ Das sei in der Tat eine „ausgesprochen interessante Frage“, stimmte der Ausschussvorsitzende Lutz Kupitz (Die Linke) Kunkis zu. Er werde die Summen kurzfristig zusammentragen lassen, versprach Vizelandrat Bockhardt.