Der Forstbotanische Garten in Eberswalde ist ein Botanischer Garten von besonderem wissenschaftlichem Wert. 1830 gegründet gehört das Kleinod mit alten Bäumen und botanischen Ausflügen durch die Welt der Pflanzen zu den meist besuchten Attraktionen der Barnimer Kreisstadt. Doch der Garten bleibt aktuell geschlossen.

Trotz Erlaubnis viele Gründe für Schließung des Eberswalder Gartens

Der Leiter des Gartens, Dr. Bernhard Götz, bedauert das. Doch mit seinen zwölf Frauen und Männern, die nicht alle volle Arbeitskräfte sind, schafft er es einfach nicht, die geforderten Auflagen der Corona-Eindämmungsverordnung umzusetzen. „Es dürfen Tierparks und Botanische Gärten wieder öffnen. Wir erhalten viele Anfragen, warum das so ist“, berichtet der Wissenschaftler. Doch das hat Gründe.

Kontrollen im Garten und am Einlass nicht realisierbar

So müssten die Besucher eine medizinische Maske tragen. Diese Verpflichtung müsse jedoch durch das Personal kontrolliert werden, das ebenso – auch bei der gärtnerischen Arbeit – einen Mund-Nasen-Schutz tragen müsste. Und zwar auf allen Begegnungs- und Eingangsbereichen sowie den dazugehörigen Parkplätzen, berichtet Götz. Das Abstandsgebot sei auf der acht Hektar großen Anlage zu kontrollieren. „Das können wir einfach nicht leisten“, sagt der wissenschaftliche Leiter der Hochschuleinrichtung. Auch die Steuerung des Zutritts und während des Aufenthalts sei nicht realisierbar. „Wir sind einfach zu wenige. Eine Anfrage um zeitweise Aufstockung des Personals verlief erfolglos“, acht Götz deutlich. Doch er bleibt optimistisch: „Wenn weitere Lockerungen beschlossen werden, dürfen wir bestimmt bald öffnen.“ Täglich erreichen ihn jedoch Anrufe und Beschwerden.

Anzucht von Sämereien für den Start in die Saison

Aktuell sind die Mitarbeiter der beliebten Adresse Am Zainhammer damit beschäftigt, Sämereien einzutüten und zu verschicken. Als Mitglied im Index Seminum, einem Austausch von Pflanzensamen über die Botanischen Gärten und Universitäten hinweg aus einem gemeinsam erstellten Katalog, müssen die Gärtner aus Eberswalde viel vorbereiten. Erden sind zu mischen, beschreibt Götz, aber auch Keimungen vorzubereiten. Dazu kommen Inventuren in Gewächshaus und Garten. 1500 verschiedene Arten wachsen im Forstbotanischen Garten Eberswalde. Ginge es nach den Mitarbeitern, würden sie sehr gern wieder öffnen.