Zeitgleich arbeiten zwei weitere Firmen. Der nächste große Bauabschnitt soll Ende Oktober geschafft sein. An manchen Stellen der künftigen Erholungsfläche nahe der Friedensbrücke sind die Abrissarbeiten zu einer wahren Herausforderung geworden. Das alte Widerlager der ehemaligen Hubbrücke musste mit Spezialgeräten abgesägt werden. Das Ufer bis hin zur Anlegestelle der Anneliese muss mit Spundwänden aus Stahl befestigt werden. Der bauliche Zustand der Steinmauer hat sich bei näheren Untersuchungen schlechter erwiesen als angenommen. Noch bis Ende des Monats werden sich die Arbeiten an der Stadtpromenade auf Abrissmaßnahmen konzentrieren. Dann geht es tatsächlich schon an den Neubau.
Mit dem bisherigen Ablauf sind Tiefbauamtsleiterin Heike Köhler und Projektbetreuerin Christin Zierach trotz einiger Überraschungen durchaus zufrieden. "Die Fußgängerbrücke ins Leibnizviertel ist bereits abgerissen. Dort wird schon an den Widerlagern für die neue Brücke gebaut. Seit gestern wird das Baufeld geräumt", sagen beide zum aktuellen Stand. Mit dem Abriss der alten Hubbrücke an der Friedensbrücke wird für künftige Barrierefreiheit gesorgt. Wenn auch die Uferbefestigung im Boden ist, kann die neue Freitreppe zum Kanal hin konzipiert werden.
Rund 500 Quadratmeter werden am Ende westlich der Friedensbrücke zum Verweilen einladen. Einen freien Blick gibt es schon jetzt auf die Schwärzemündung. Der Zulauf zum Finowkanal war in den zurückliegenden Jahren derart mit Bäumen und Sträuchern zugewachsen, dass er von vielen Eberswaldern eigentlich gar nicht mehr wahrgenommen wurde. Inzwischen sind auch die Fragmente der einstigen Brücke über die Schwärzemündung wieder erkennbar. An ihre Stelle kommt jetzt ein Neubau, der die Stadt noch näher ans Wasser bringen soll. Die beiden alten Weiden, an denen im Frühjahr die Biber kräftig genagt haben, sollen trotzdem stehen bleiben. Inzwischen geben sie dem Bereich einen ganz eigenen Charme. Auf Neuanpflanzungen will die Stadt bewusst verzichten. "Damit der Blick auf die Schwärzemündung nicht wieder durch allzu üppiges Grün versperrt wird", erklärt Christin Zierach. Für den nötigen Halt der Grünflächen werden Gabionenwände sorgen. Sie haben den Vorteil, wenig Reiz auf Sprayer auszuüben.
"An der künftigen Freitreppe werden auch wieder Boote anlegen können. Wer eine Angelerlaubnis besitzt, darf dort auch auf Fischzug gehen", freuen sich die beiden Frauen schon jetzt auf das Ergebnis. Die steile Böschung zur Eisenbahnstraße hin verschwindet. Der Bereich wird so aufgeschüttet, dass ein barrierefreier Zugang gewährleistet werden kann. Sitzblöcke parallel zum Weg bieten Gelegenheit zum Ausruhen.
Mit dem Neubau im Oktober beginnen auch die Arbeiten am Geh- und Radweg in Richtung Wilhelmsbrücke. Auf der gesamten Strecke sollen 70 neue Bäume gepflanzt werden. Vorgesehen sind hauptsächlich wasserunempfindliche Erlen und Weiden. Sträucher wird es nicht geben.
Bis Ende nächsten Jahres soll die rund einen Kilometer lange Strecke zwischen Stadtbollwerk und Wilhelmsbrücke samt grüner Oase fertig sein. Die Gesamtinvestition liegt bei vier Millionen Euro. 75 Prozent davon kommen aus Brüssel, 25 Prozent trägt die Stadt.