Im Paul-Wunderlich-Haus verabschiedeten die anwesenden 42 der insgesamt 198 stimmberechtigten Mitglieder des FV Motor die beiden vorgelegten Anträge ohne Gegenstimme. Auch alle 22  Mitglieder (insgesamt 56) des FC Freya Marienwerder gaben grünes Licht für die Verschmelzung. Auf der Tagesordnung standen jeweils zwei fast gleichlautende Beschlussvorlagen.
Demnach gab es Zustimmung auf der Grundlage des vorgelegten und bekannten Entwurfs des Verschmelzungsvertrags und des Satzungsentwurfs sowie weitere zur Einsicht und Prüfung ausgelegten Unterlagen zum FV Preußen. Dabei gehen alle Rechte und Pflichten der beiden alten Vereine auf den neuen über. Bei beiden Mitgliederversammlungen gab es keine Gegenstimme.
Der zweiten Vorlage stimmten die beiden Versammlungen einstimmig zu. Wolfgang Hein und Danko Jur (beide FC Freya) sowie Wolf-Rüdiger Forth und Rüdiger Thunemann (beide FV Motor) bekamen das Vertrauen ausgesprochen, als vorläufiger Vorstand die Geschäfte zu führen. Unmittelbar nach dem Eintrag des FV Preußen ins Vereinsregister müssen sie laut Satzung eine Mitgliederversammlung einberufen, um dann den ordentlichen Vorstand zu wählen.
Da die Verschmelzung von zwei Vereinen ein komplexer und rechtlich schwieriger Vorgang ist, sind wesentliche Teile und Verträge notariell zu beurkunden. Daher begleiteten Rechtsanwalt Stefan Schweins und Notarin Heike Richnow die beiden Versammlungen.
Das Verschwinden von „FV Motor Eberswalde“ von der Fußballbühne ist ein historischer Einschnitt. Daran erinnerten der langjährige Motor-Präsident Wolf-Rüdiger Forth und Heinz Moede. Forth: „Nach fast 15-jähriger Präsidentenschaft, die ich gerne gemacht habe, in der wir von Geldsorgen begleitet wurden, aber auch viele Siege gefeiert und Wunden geleckt haben, geht eine Ära zu Ende. Der neue Verein ist auf Seiten des Präsidiums gut aufgestellt“.
Damit hofft Forth auch „auf neue Ideen, die der Verein braucht“, um die in Vergessenheit geratene Nachwuchsarbeit ins Blickfeld zu rücken. „Wir müssen mehr Kinder und Jugendliche auf den Platz ins Westendstadion holen“, sein Appell. Er selbst werde künftig einem Unternehmensbeirat des FV Preußen angehören. Er wolle finanzkräftige Unternehmen, nicht nur aus der Region, für den Verein interessieren.
Heinz Moede, seit 1953 bei Motor, hatte vom Spieler bis zum Vorstandsmitglied alles mitgemacht. „Motor hatte viele Höhepunkte, aber auch kleine Krisen. Wir haben aber alles immer geregelt. Wenn der FV Motor in FV Preussen übergeht, stimme ich schweren Herzen zu. Es ist aber der einzige Weg, um erfolgreich weiter Fußball spielen zu können.“. Er werde auch weiter seine Unterstützung geben.
Wolfgang Hein, Präsident des FC Freya, bedankte sich für die gute Zusammenarbeit. „Wir haben große Anstrengungen unternommen, um eine Klasse zu erreichen, die für einen so kleinen Ort wie Marienwerder beachtenswert ist. Wir haben Motor angeboten, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Wichtig war für uns, die Jugendarbeit zu forcieren. Das konnten wir allein nicht.“