Die Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen ist für das EJF auch in diesem Jahr eine wichtige Aufgabe im Barnim und in der Uckermark. Das diakonische Hilfswerk will bis Anfang Dezember in Bernau ein Übergangswohnheim für Flüchtlinge errichten, teilt EJF-Vorstandsvorsitzender Andreas Eckhoff beim am Freitagnachmittag im hauseigenen Landhof Liepe stattfindenden Neujahrsempfang mit.
Das Wohnheim soll gegenüber der ehemaligen Waldarbeiterschule in der Wandlitzer Chaussee gebaut werden, die als Notunterkunft bereits seit 2015 Flüchtlinge beherbergt. Der Neubau soll Platz bieten für rund 200 geflüchtete Menschen. In dieser Woche sollen die ersten Bäume gefällt werden. "Wenn das Übergangswohnheim steht, haben wir Wohnraum für über 800 Schutzsuchende im Barnim", berichtet Eckhoff. Insgesamt kümmert sich das EJF bisher um rund 4500 Flüchtlinge in Berlin und Brandenburg. Bezüglich der Flüchtlingsversorgung hebt der Vorstandsvorsitzende die konstruktive Zusammenarbeit mit Barnims Sozialdezernentin Silvia Ulonska hervor. "Eine gute Partnerschaft, auf der man weiter aufbauen kann", so Eckhoff.
Auch in der Uckermark ist das EJF in der Flüchtlingshilfe aktiv, berichtet er. Dort kümmern sich die Sozialarbeiter momentan um 45 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Die Jugendlichen, die ohne ihre Eltern nach Deutschland gekommen sind, leben bislang in vier Wohngruppen. Drei der Gruppen sind in Schwedt, eine in Hohenselchow-Groß Pinnow. In diesem Jahr wird eine zusätzliche in Schwedt eröffnet. "Wir haben gerade eine weitere geeignete Immobilie erworben", sagt der Vorstandsvorsitzende.
Auch im Bereich der Behindertenhilfe will das EJF Mitte des Jahres ein lange gehegtes Projekt realisieren. In dem Diakonisch-sozialpädagogischen Zentrum (DSPZ) Am Talsand in Schwedt soll eine Wohngruppe für Menschen mit Autismus-Spektrums-Störungen entstehen. Die zehn Plätze werden an Erwachsene vergeben.
In der Altenpflege habe das EJF seine Kompetenzen weiter ausgebaut, teilt Andreas Eckhoff mit. So hat das Hilfswerk im vergangenen Jahr die Diakonie-Pflege Berlin-Reinickendorf mit 300 Mitarbeitern übernommen. Und damit einen Kundenstamm von 900 bis 1000 pflegebedürftigen Menschen. Das erworbene Knowhow käme auch den Senioren aus der Uckermark zugute, so der EJF-Chef. "Wir wollen uns nun auch in Schwedt in der ambulanten Pflege stärker einbringen." Bereits fest stehe, dass das EJF in dem momentan neu entstehenden Wohnquartier Regenbogensiedlung eine Seniorenwohngruppe mit ambulanter Pflege eröffne.
Für die Arbeit mit Senioren in der Pflegeeinrichtung Haus Harmonie in Schwedt hat das diakonische Hilfswerk im vergangenen Jahr die Bestnote erhalten, freut er sich. Der medizinische Dienst der Krankenkassen hatte die Einrichtung 2015 auf ihre Qualität überprüft.
Im zurückliegenden Jahr habe das EJF zudem viele Jubiläen gefeiert, berichtet der Vorstandsvorsitzende. Das Turmhaus Gartz für sozial auffällige Jugendliche sei15 Jahre alt geworden. Ebenso das Haus am See Julienwalde (Angermünde) für psychisch auffällige und straftätige Jugendliche. Die Jugendhilfeeinrichtungen Haus an der Wiese in Gramzow, das Haus Elsengrund aus Gartz und die Einrichtung für jugendliche Straftäter zur Vermeidung von Untersuchungshaft mit dem Namen Frostenwalde seien 20 Jahre alt geworden. Der Barnimer Vizelandrat Carsten Bockhardt (CDU) bedankt sich stellvertretend für viele andere für die Arbeit des EJF's.