So beschränkt sich der integrative Aspekt auf vier Aussiedler im 14-köpfigen Teilnehmerfeld - "unsere Russen", wie Weingardt sie nennt. Einer von ihnen, André Beimler, landet am Ende auf einem beachtlichen vierten Platz. Beachtlich auch deswegen, weil Beimler 82 Jahre alt ist. Das Turnier, das in den Räumen des Kontakt e. V. in der Havellandstraße 15 stattfindet, bleibt aber beileibe keine Altherren-Veranstaltung: Die jüngste Spielerin ist 17 Jahre alt.
Damit der Wettbewerb trotz des recht unterschiedlichen Teilnehmerfeldes fair abläuft, wird nach dem sogenannten Schweizer System gespielt. Einem System, das die Qualitätsunterschiede über eine mathematische Formel kompensiert und so zu ausgeglichenen Partien führt.
Gespielt wird Schnellschach, an sieben Tischen parallel: Jeder Teilnehmer hat 15 Minuten Bedenkzeit pro Partie. "Natürlich darf man während des Zugs des Gegners auch nachdenken", sagt Tilo Weingardt. Während der Partien herrscht Stille im Raum. Hin und wieder ärgert sich mal ein Spieler, wenn er einen schlechten Zug gemacht hat - einen "Sackzug", wie Weingardt ihn nennt.
Er selbst muss sich zwei Mal aus Zeitgründen geschlagen geben. "Aber das gehört eben zum Schnellschach dazu", sagt er. Am Ende landet er auf dem sechsten Platz. Die Nase vorn haben drei Eberswalder: Andreas Knopp vor Ulrich Strien und Arthur Holzmann.