"Über 250 Unternehmen und zur Zeit mehr als 750 Bürger aus der Region Eberswalde-Biesenthal-Finowfurt-Bernau unterstützen die Wiederinbetriebnahme der Straßenverbindung Finow-Biesenthal", führt der Finower Augenoptiker Dietmar Ortel (CDU) als einer der Vorreiter und Sprecher der Interessengemeinschaft aus. Die Unterschriftensammlung läuft seit einem Jahr.
Nach einem Arbeitsgespräch verweist die Initiative für den Ausbau der zwölf Kilometer langen Verbindung zwischen Finow und Biesenthal zudem auf neue Kostenschätzungen von rund einer halben Million Euro je Kilometer.
Laut einem verkehrsplanerischen Gutachten, das die Stadt Eberswalde beauftragt hatte, würde der Ausbau als Autostraße rund zehn Millionen Euro kosten. Den Vorzug gab das Gutachten daher dem Ausbau als Fahrradstraße für rund fünf Millionen Euro. Schon nach Veröffentlichung der Ergebnisse im September 2013 hatte die Interessengemeinschaft diese Zahl angezweifelt. Den Angaben nach hat sie bei mehreren Planungsbüros eigene Berechnungen eingeholt. "Die Kosten pro Kilometer für eine voll befahrbare Straße inklusive Amphibientunnel und deren Leitsysteme belaufen sich auf circa 450 000 Euro", teilt Holger Kalinka, Inhaber einer Elektronikfirma auf dem Flugplatz Finow, mit. Kalinka räumt allerdings ein, dass keine konkreten Zahlen bekannt sind. "Keines der Planungsbüros wollte diese vorab offenlegen", sagt er. Im Falle einer offiziellen Ausschreibung, so die Begründung, dürfe es nicht zu Wettbewerbsverzerrungen oder Preisabsprachen kommen.
Kalinka führt auch die Zusammenarbeit mit Umweltgutachtern an. Diese zeigten an, "dass eine Aktivierung der Straße auch positive Impulse für Flora und Fauna bringen würde, zum Beispiel die Entsorgung von Altlasten und Stopp von illegalen Müllentsorgungen", führt Kalinka an.
Weniger präsent, aber weiterhin aktiv ist als Gegenpol auch die Bürgerinitiative "Telekomstraße". Sie bekennt sich zu einem Radweg auf der Strecke und wird von der Wählergruppe Bürger für Eberswalde, den Grünen, den Linken sowie der Alternativen Liste Eberswalde unterstützt.