Im ersten Halbjahr 2022 hatten die Erwerbstätigen im Landkreis Barnim deutlich mehr Fehltage als im Vorjahreszeitraum. Der Krankenstand in der Region lag bei 6,0 Prozent und damit um 22 Prozent über dem Niveau des ersten Halbjahres 2021.
Das bedeutet, dass an jedem Tag bis Ende Juni durchschnittlich 60 von 1000 DAK-versicherten Beschäftigten krankgeschrieben waren. Beim Blick auf die einzelnen Monate zeigt sich: Im Januar gab es im Vergleich zum Vorjahr den größten Anstieg (plus 58 Prozent).

31.000 Versicherte im Kreis Barnim

Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport der DAK-Gesundheit für den Landkreis Barnim hervor, den jetzt Heiko Schübler vorgelegt hat. Der Leiter des Servicezentrum der Krankenkasse für den Barnim ist überzeugt davon, dass die vorgelegten Zahlen belastbar sind. „Nach aktuellen Aussagen hat der Landkreis etwa 184.000 Einwohner. Unsere Erhebungen basieren auf den Daten unserer etwa 31.000 Versicherten im Barnim“, sagt Heiko Schübler. Deswegen seien die Aussagen auch als repräsentativ anzuszusehen.
Verantwortlich für den Anstieg der Fehltage im Landkreis Barnim waren vor allem Erkältungen. Bis Ende Juni kamen in der Region auf 100 DAK-Versicherte insgesamt 203 Fehltage aufgrund von Atemwegsproblemen – deutlich mehr als im gleichen Zeitraum 2021 (78 Tage).

Verzicht auf Masken wirkt sich aus

„Parallel zu den Lockerungen der Pandemie-Schutzmaßnahmen im März 2022 konnte sich eine ausgeprägte Erkältungswelle entwickeln. Sie wurde dazu noch von der hochansteckenden Omikron-Variante begleitet“, kommentiert Heiko Schübler, von der DAK-Gesundheit die Ergebnisse. Die Fehltage aufgrund von Corona sind um das Siebenfache gestiegen: Statistisch gesehen kamen auf 100 DAK-Versicherte 86 Corona-Fehltage, 73 Tage mehr als im ersten Halbjahr 2021.
Der DAK-Gesundheitsreport für den Landkreis Barnim zeigt zudem den Anteil der wichtigsten Krankheitsgruppen am gesamten Krankenstand: Die meisten Fehltage des ersten Halbjahres 2022 gingen auf das Konto der Erkrankungen am Muskel-Skelett-System – wie zum Beispiel Rückenleiden oder Bandscheibenschäden. Die Anzahl der Fehltage in diesem Bereich betrug 209 Tage je 100 bei der DAK versicherte Beschäftigte, ein Rückgang um 33 Tage im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Weniger psychische Erkrankungen

An zweiter Stelle des Rankings folgten Atemwegserkrankungen, an dritter Stelle die psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres waren es in dieser Erkrankungsgruppe 138 Fehltage je 100 DAK-versicherte Beschäftigte – 33 weniger als im Vorjahreszeitraum.
„Der Rückgang bei den Fehltagen wegen psychischen Erkrankungen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass manche Menschen während der Corona-Krise über sehr lange Zeiträume krankgeschrieben sind. Es ist besorgniserregend, wenn psychische Erkrankungen in Krisenzeiten langwieriger werden“, sagt Heiko Schübler.
Angesichts der fortgeschrittenen Pandemie, des Ukraine-Kriegs und der Energiekrise sieht die DAK-Gesundheit die Firmen vor großen Herausforderungen. „Damit in dieser Situation gesundes Arbeiten gelingen kann, ist betriebliches Gesundheitsmanagement wichtiger denn je“, urteilt der Leiter des DAK-Servicezentrums für den Barnim.

Angebote an Barnimer Unternehmen

Die Krankenkasse habe dazu digitale Angebote entwickelt, die sich auch eignen, wenn Beschäftigte wieder im Homeoffice arbeiten oder etwa zwischendurch kleine Erholungspausen einschieben möchten. Es gibt Online-Vorträge, -Seminare und weitere digitale Anwendungen aus den unterschiedlichen Bereichen der betrieblichen Gesundheitsförderung: Ob Stressbewältigung, Bewegungsförderung oder Tipps zur Konfliktlösung – die Themen sind vielfältig und werden laufend aktualisiert.