Zum dritten von der Hoeck-Stiftung initiierten diplomatischen Salon am Dienstagabend sind rund 50 Gäste erschienen. Sie sitzen im feinen Zwirn in der Stadtbibliothek und lauschen Petersens Worten. Zuvor waren bereits Botschafter aus dem Kosovo und Slowenien zu Gast.
Bevor Botschafter Petersen spricht, zählt Martin Hoeck, der Vorsitzende der Stiftung, ein paar Fakten zur deutsch-dänischen Beziehung auf. Die Nachbarländer sind politisch, wirtschaftlich und kulturell eng miteinander verbunden. Über 20 000 Deutsche leben und arbeiten im Königreich, weitere 7500 Berufstätige pendeln täglich über die Grenze. Eberswalde ist seit 1994 partnerschaftlich mit der dänischen Gemeinde Herlev verbandelt.
"Zwischen der Goethe-Schule und einer Herlever Schule findet regelmäßig ein Austausch statt", berichtet Bürgermeister Friedhelm Boginski (FDP). Erst kürzlich habe er wieder dänische Kinder durch das Rathaus geführt. Er selbst habe seine erste Reise nach der Wende nach Dänemark unternommen. "Weil das Land so kinderfreundlich und nah dran ist." Warum die Dänen laut eines UN-Berichts das glücklichste Volk der Welt sind, liege an der großen sozialen Absicherung, vermutet der Botschafter. Zwar zahlen die Dänen hohe Steuern, doch müssen sie keine Versicherungsbeiträge bezahlen. "Unser Mindestlohn ist doppelt so hoch wie der deutsche", zählt Petersen zudem auf. "Wir zahlen Steuern mit Freude. Dafür bekommen wir möglichst große Gleichheit und Sicherheit für alle."
Was Innovationen angeht, könnten die Deutschen Petersens Meinung nach mutiger werden. Seine Botschaft etwa habe ihr gesamtes Archiv digitalisiert. "An der Stelle befindet sich jetzt ein Fitnessstudio und ein Restaurant."