Es stehe für die Politik der Gemeinde, ortsbildprägende Gebäude wieder zu erhalten, sagte Schorfheides Bürgermeister Uwe Schoknecht nach dem obligatorischen Banddurchschnitt. "Hier ist besonders schön, dass die Jugendlichen im Haus sind, die Senioren und viele mehr."
Nachdem vor zweieinhalb Jahren bereits das Schlossgebäude für fast eine halbe Million Euro saniert wurde, galt die dreimonatige Bauzeit seit Juli nun dem Schlossvorplatz. Skater-Elemente, ein Drehkarussell und eine Korbschaukel sind nun neu auf dem Gelände. Außerdem verfügt der Schlossplatz über neue Wege, Sitzgelegenheiten und einen Grillplatz. Insgesamt 195 000 Euro hat dieser Schritt gekostet. 100 000 Euro gab das Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung dazu.
"Schon mit dem Aufsetzen des Daches war das ein ganz anderes Gebäude", erinnert Lichterfeldes Ortsvorsteher Dietrich Bester. "Hier treffen sich unsere Vereine - es ist das Bürgerhaus von Lichterfelde." Dass die Kommune nun weitere Gelder in das Areal gesteckt hat, sieht er daher als "Zeichen unserer Wertschätzung". Darüber hinaus sei häufig kritisiert worden, dass Lichterfelde keinen zentralen Spielplatz habe, sagt Bester. Schul- und Kitaspielplatz sind nur zu den Öffnungszeiten der Einrichtungen zugänglich. "Den Platz haben wir jetzt, mal sehen, wie er nun angenommen wird."
Gleich nach der Eröffnung stand das außer Frage. "Zum Hoch- und Runterfahren ist es perfekt", beurteilte die 15-jährige Liza Doletzky ein Skater-Element, das sie mit dem BMX-Rad ausprobierte. "Ich find's cool", ist ihr Prädikat für die gesamte Anlage. "Vorher konnte man hier ja nichts wirklich machen. Jetzt hat man Beschäftigung."
Vorschläge der Jugendlichen vom Jugendtreff im Schloss waren genauso in die Gestaltung des Schlossplatzes eingeflossen wie Wünsche der Älteren. "Jetzt können wir mit unseren Enkeln herkommen und spielen", sagt Heidi Thiele vom Seniorenclub. "Ich finde, das Ganze ist sehr schön geworden." Vor allem gefällt der Lichterfelderin die Beleuchtung. So seien für die Älteren die Treppen sicherer zu bewältigen.
Entstehen soll im kommenden Jahr noch eine kleine Allee mit zehn Baumhaseln, die auf das Schlossportal zuführen. Die nächsten Ideen und Wünsche für das gesamte Areal stehen auch schon. "Vielleicht gelingt es uns ja auch nochmal, diese alte Straße und den Schlosspark herzurichten", sagt Ortsvorsteher Bester. Bürgermeister Schoknecht bestätigt Pläne, nach denen das Standesamt eine Zweigstelle im Schloss erhalten soll. Und ganz sicher ist eines: "Den Weihnachtsmarkt wollen wir nun auf den Schlossvorplatz verlegen", sagt Dietrich Bester.