Laut der Internetseite der Stadtverwaltung umfasst das angestrebte Netz insgesamt 143 Kilometer, untergliedert in drei Kategorien: Radschnellverbindungen, die ohne Umwege ins Zentrum führen, Radhauptverbindungen, die Wohnviertel und Schulen mit dem Zentrum verbinden, sowie Verdichtungs- und Freizeitverbindungen, die Alternativrouten anbieten.
Große Pläne, doch wie ist der Stand der Dinge? Laut Stadtsprecherin Nancy Kersten forciert die Verwaltung derzeit folgende Maßnahmen: Was die Radschnellverbindungen angeht, ist in der Breiten Straße ein beidseitiger Schutzstreifen bis 2017 geplant - inklusive der Umgestaltung des Knotenpunktes Friedensbrücke. An der Eberswalder Straße soll im kommenden Jahr ein Radweg fertiggestellt werden. 2016 und 2017 wird sich voraussichtlich auch an der Heegermühler Straße etwas tun: Der Abschnitt von der Boldtstraße bis zum Kupferhammerweg soll einen Schutzstreifen bekommen.
In Sachen Radhauptverbindungen ist für 2016 die Fertigstellung des Radwegs Altenhofer Straße geplant. Die Rudolf-Breitscheid-Straße soll 2016 und 2017 einen beidseitigen Schutzstreifen bekommen. Im gleichen Zeitraum sind in der Kategorie Verdichtungs- und Freizeitverbindungen am Treidelweg weitere Verbesserungen vorgesehen.
Auch der tödliche Zusammenstoß eines Radfahrers mit einem Holztransporter vor dreieinhalb Monaten soll in die Planung einfließen: "Im Rahmen der Umsetzung der Maßnahme Heegermühler Straße wird der Knotenpunkt Eisenbahnstraße/Kupferhammer Weg detaillierter untersucht", erklärt Nancy Kersten. "Das Radnutzungskonzept zeigt bereits eine Lösungsmöglichkeit auf, bei der die bestehende Radfahrerfurt näher an den fließenden Verkehr herangeführt wird, um eine bessere Sichtbeziehung herzustellen."
Ein weniger brisantes, vonseiten eines Radfahrers dennoch an die Redaktion herangetragenes Anliegen betrifft die Zimmerstraße. Die Verbindung zwischen Berger- und Eisenbahnstraße ist seit zwei Jahren Einbahnstraße - doch könnte die Stadt nicht wenigstens den Radverkehr in beide Richtungen zulassen? Nancy Kersten erteilt dem Anliegen eine Absage: Aufgrund der geringen Breite und der beidseitigen Gehwege und Parkflächen sei nur eine Einrichtungsfahrbahn von drei Metern möglich gewesen. "Diese drei Meter erlauben keinen Radverkehr entgegen der Fahrtrichtung", erklärt sie. Radfahrer müssten wie Autofahrer die Ammonstraße nutzen.