Wir sind mit Henri Bohtz auf der Baustelle verabredet. Der Rohbau steht. Gerade wurde Beton geliefert – für die letzte Decke. Eigentlich könnte also dieser Tage Richtfest gefeiert werden. Doch das muss wegen Corona ausfallen. Was vor allem für die Bauleute schade sei, wie Bohtz findet. Dies sei aber glücklicherweise momentan die einzige Einschränkung oder "Baubehinderung" infolge der Pandemie.
Trotz Corona voll im Zeitplan
Bislang keine Lieferschwierigkeiten, kein Bauverzug, keine nennenswerten Probleme für die Arbeitnehmer. Der Bauherr ist mit dem Fortschritt zufrieden. Auch dank der milden Witterung sei die Firma Ney aus Finowfurt, die zuletzt unter anderem die beiden Wohnhäuser in Westend errichtet hat, seit dem Baustart im Januar gut vorangekommen.
Voran geht es auch für uns. Durchs Treppenhaus und über die Rüstung klettern wir mit dem Bauherrn am zweiten Haus in die fünfte Ebene, das sogenannte Staffelgeschoss. Von dort oben eröffnet sich uns, bei frühlingshaften Temperaturen und guter Sicht, ein herrlicher Blick auf Eberswalde: auf die Maria-Magdalenen-Kirche im Zentrum etwa oder in Richtung Ostend die Bruno-H.-Bürgel-Schule. Und auf den unmittelbaren Nachbarn, die Kita "Little England", die seit wenigen Tagen in Betrieb ist. Wenn die Häuser fertig sind, müsse niemand mehr Stufen laufen. Dann können die Mieter den Fahrstuhl nehmen, so Bohtz. Eben altersgerecht und barrierefreundlich.
Insgesamt entstehen mit der Millionen-Investition in beiden Häusern 40 Zwei-Raum-Wohnungen sowie vier Drei-Raum-Wohnungen. Letztere ganz oben, als Penthousewohnungen. Mit jeweils gut 150 Quadratmetern. Bei den Zwei-Raum-Wohnungen liegen die Größen bei 62 beziehungsweise 66 Quadratmetern. Diese Größe, so der Unternehmer aus Erfahrung, werde gerade von Senioren nachgefragt. Die Zwei-Raum-Appartements in der Schicklerstraße, an dem Projekt ist Bohtz als einer von drei Eigentümern beteiligt, seien mit etwa 45 bis 50 qm deutlich kleiner. "Und wenn ein Ehepaar beispielsweise aus einem Haus kommt, fällt die Umstellung mit dem Hausrat auf 45 Quadratmeter doch sehr schwer." Überdies gebe es für die Schicklerstraße eine Warteliste. Und, auch davon ist der Eberswalder mehr denn je überzeugt: "Altersgerechtes Wohnen gehört ins Stadtzentrum und nicht auf die grüne Wiese." Genau diesen Bedarf will er mit dem Projekt decken. Das DRK könne, ähnlich wie an der Schicklerstraße, auf Wunsch Pflege anbieten.
Treffpunkt im Garten
Henri Bohtz hatte mit seinem Unternehmen, der Borerum KG, das Grundstück an der Schleusenstraße vom privaten Vorbesitzer 2018 erworben. Im Dezember sollen die Wohnungen bezugsfertig sein. Der Fensterbauer ist bereits auf der Baustelle. Auch der Elektriker und der Trockenbauer haben begonnen. Mit den Gewerken Putz sowie Heizung/Sanitär ginge es dann weiter, hofft Bohtz weiterhin auf einen reibungslosen Ablauf.
Erste Interessenten hätten sich bereits gemeldet. Sie haben, so Bohtz auf Nachfrage, mit einem Mietpreis von etwa zehn Euro/qm zu rechnen. Gewissermaßen gratis gebe es sozusagen die Partnerschaft zum Nachwuchs nebenan. Ähnlich wie im Salomon-Goldschmidt-Quartier könnten Jung und Alt Beziehungen pflegen, ist sich Henri Bohtz mit Kita-Leiterin Kerstin Nachtigall einig. Treffpunkt könnte der Garten sein.