"Ich freue mich riesig", macht Professor Harald Schill keinen Hehl aus seinen Gefühlen. "Es ist die zweite wichtige Auszeichnung in diesem Jahr, darauf sind wir wirklich stolz."
UN-Dekadeprojekt zu werden, dafür die Urkunden und einen Vielfaltbaum - aus Holzstücken gebaut, mit zarten Farbstreifen versehen - zu erhalten, dafür hat die vor drei Jahren ins Leben gerufene Stiftung einiges getan. Auf 145 Hektar Waldfläche, von der Stadt zur Verfügung gestellt und der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) kräftig unterstützt, entsteht das Landesarboretum Brandenburgs, studieren Kinder und Jugendliche die vielfältige grüne Welt und werden außerdem wissenschaftliche Arbeiten durchgeführt.
Als "würdigen Preisträger" erkannte Laudator Professor Alexander Pfriem, Vizepräsident der HNE, die Stiftung und den Garten an. Die Auszeichnung diene als Qualitätssiegel und würdige das Engagement vieler Ehrenamtlicher und Wissenschaftler, biologische Vielfalt vorbildhaft zu vermitteln und zudem mühelos interdisziplinäre Brücken zu schlagen - von Kultur über Bildung hin zu Forschung.
Am Freitagabend während der offiziellen Ehrung moderierte der ehrenamtliche Geschäftsführer der Stiftung, Jonas Hiermer, eine Podiumsrunde. "Natura 2000: Wie viel Natur braucht Eberswalde?" war die eigentliche Fragestellung. Dass ganze Fachtagungen mit diesem Thema zu füllen wären, konterte Professor Ralf Kätzel vom Landeskompetenzzentrum Forst. Er beruhigte in anschaulicher Form die oftmals verbreitete Aufgeregtheit um Klimawandel und Wald. Der sei immer in stetem Wandel. "Wir leben nur zu kurz, um das zu erleben", machte der Wissenschaftler deutlich. Veränderungen seien etwas ganz Normales. Und es gebe kaum etwas Anpassungsfähigeres als Bäume. Auch der oft verteufelten Kiefer machte er den Hof. Vor Millionen von Jahren entstanden, gebe es kaum etwas Widerstandsfähigeres als diesen Nadelbaum. Dennoch solle man sich auch Neuem öffnen und experimentieren.
Den Wald, die Natur zu begreifen, sie im wahrsten Sinne anzufassen und zu verstehen, das wünschte sich Professorin Antje Stöckmann von der HNE für die Stiftung. Auch müsse der Einzelfall darüber entscheiden, wie mit Veränderungen in Biotopen, an Flussläufern oder in Wäldern umgegangen werde.
Für den Naturschutz saß Andreas Reichling, Barnimer Kreisvorsitzender des Nabu, in der Runde. Er würdigte Natura 2000, ein Netz von Schutzgebieten, das länderübergreifend Tier- und Pflanzenarten beim Überleben helfen soll. Auch wenn es oftmals sehr starr sei, so böte es doch viel kreativen Spielraum.
Bürgermeister Friedhelm Boginski, der die WaldWelten maßgeblich mit auf den Weg gebracht hatte, sagte: "Die Stiftung ist mir Herzenssache. Spätere Generationen werden uns vielleicht dankbar sein." Die Natur in die Stadt zu holen, sich einen Stadtwald mit eigenem Förster zu leisten, das alles sei für ihn und die Menschen wichtig: "Wir können nicht genug Natur haben."