"Zwei linke Finger sollte man vielleicht nicht haben", sagt Friderun Lübken. Ansonsten aber helfe sie auch Anfängern an der Maschine weiter. Erst seit etwas mehr als einem Monat betreut sie die Offene Nähwerkstatt des Vereins, immer mittwochs von 10 bis 13 Uhr. Zu jener Zeit würde sie zuhause sowieso nähen. Warum sich dabei nicht mit anderen austauschen?
Noch habe sich das Angebot auf Spendenbasis nicht im ganzen Viertel herumgesprochen. Friderun Lübken ist überzeugt, dass auch die Flüchtlingsfrauen die Handarbeit beherrschen. Möglicherweise bestehen aber noch Berührungsängste. Zu Unrecht. Jeder sei willkommen. Nur Ideen und Stoff müssten die Gäste mitbringen.
"Wir helfen gern, sind aber keine Änderungsschneiderei", darauf weist Friderun Lübken ausdrücklich hin. Nähen müssten die Leute am Ende selbst. Inspirationen können sie sich untereinander holen. So hängen in der Nähwerkstatt zum Beispiel eine Babyhose und ein Täschchen. Beides hat die Leiterin der Werkstatt gefertigt. Kleine Geschenke für Freunde und Verwandte. "Zum Glück haben die meisten von ihnen mit dem Nähen nichts am Hut. Sonst würden sie es selbst machen", stellt Friderun Lübken fest.
Sie hat den Umgang mit der Maschine von Kindesbeinen an gelernt. "Bei Oma unter der Nähmaschine groß geworden", sagt sie. Beruflich hatte sie später nichts damit zu tun. Mittlerweile sei auch das Internet ein gutes Hilfsmittel. Dort könne man sich alle Schritte ansehen - vom Zuschnitt bis zum Fertignähen. Jeder Stoff sei dabei anders. Deshalb werde auch viel experimentiert. Gut, wer da auf Erfahrung anderer zurückgreifen und gemeinsam mit ihnen drauflosrattern kann.