Die Uhr zeigt 20.16 Uhr als die Musik einsetzt. "Zu Asche, zu Staub",  die Titelmelodie der erfolgreichen Serie "Babylon Berlin" tönt aus den Boxen. Die Scheinwerfer sind auf zwei junge Männer gerichtet, die sich lasziv bewegen. Nur ein Bastrock schmückt die nackten Körper. Conny Paschke haucht die Liedzeilen- wenn auch nur Playback- ins Mikrofon. Vor der Bühne hat sich das EFF-Ballett versammelt und beeindruckt die Gäste mit der einstudierten Choreografie. "It’s Showtime!"  Handys werden gezückt, um das Geschehen für die Nachwelt festzuhalten. Anschließend gibt es den obligatorischen Saalumzug.  Dann  dröhnt auch schon das erste Gitarrenriff durch den Saal.  Roof Garden starten diesmal mit Rammsteins "Engel" in die Partynacht.  Sofort füllt sich die Tanzfläche. Knackige Programmpunkte. Keine Reden. Das ist Forstfasching.
Auch Torsten Lemm und Gabi Kleemann sind Fans und diesmal wieder dabei. "Im  letzten Jahr haben wir keine Karten mehr bekommen", erzählen die Eberswalder. Ein schwarzer Zylinder mit Schweißerbrille schmückt seinen Kopf. "Den habe ich von einer Haushaltsauflösung. Ist sogar hier hergestellt." Er zeigt die Innenseite des Hutes: Paul Gruhlke, Eberswalde.  "Wie wir das Thema finden? Es ist  okay. Aber die Kostüme sehen irgendwie alle ähnlich aus", stellt er fest. Da ist was dran. Gefühlt jeder zweite Besucher hat eine Schweißerbrille dabei. Zylinder sind stark vertreten. Weibliche Besucher haben  Zahnräder als Schmuck entdeckt. Die Farbe Schwarz dominiert.
Forstfasching feiert im Haus Schwärzetal

Bildergalerie Forstfasching feiert im Haus Schwärzetal

Im großen Saal läuft inzwischen der zweite Programmblock. Das Männerballett hat sich diesmal den Klassiker "YMCA" der Village–People vorgenommen. Gekonnt lassen die sechs Herren die Hüften kreisen. Selbst Forstfaschings-Urgestein Klaus Dewitz (68) zieht noch mit. Das Publikum hat seinen Spaß. Den hat auch DJ Jogy, alias Jürgen Höne,  der wie immer im Foyer auflegt. Eine russische Fellmütze schmückt sein Haupt. Ist mal was anderes. Sein erprobter Mix aus Deep Purple, Golden Earing und AC/DC trifft auch heute Abend besonders den Geschmack des Ü50-Publikums. Zu denen zählen auch Peter-Hans Horn (69)  mit seiner Frau Uta.   "Eine wirklich angenehme Atmosphäre hier. Wir sind zum dritten Mal dabei", verraten die ehemaligen Berliner. Im diesmal nicht ganz ausverkauften Saal steuern die Schwärzefüße mit ihrer Hymne "Lass die Morgensonne!" auf das Bühnenfinale zu. Singend gesellen sich die  EFF-ler dazu. Jörg Jacobeit verfolgt das Finale vor der Bühne. Seit 35 Jahren unterstützt der Oldtimer-Fan den Forstfasching. "Ist doch Wahnsinn, was die hier mit ihren wechselnden Kulissen immer wieder auf die  Beine stellen. Ich finde das kann man nicht hoch genug würdigen."