Noch bis zum 10. September können alle abstimmungsberechtigten Eberswalder ihre fünf Stimmtaler virtuell auf der Internetseite der Barnimer Kreisstadt verteilen. Seit 24. August läuft das Voting, bis Dienstag, 10 Uhr, haben sich bereits 721 Interessierte beteiligt.
Wenn nicht eine zweite Corona-virus-Welle mit wieder stärkeren Einschnitten für das öffentliche Leben dazwischen kommt, können alle, die (noch) nicht digital-affin sind, am 12. September zwischen 10 und 18 Uhr im Familiengarten ihre Lieblingsvorhaben unterstützen. Die Eberswalder Rathausspitze lädt dann zum Tag der Entscheidung ein.

Maximal 15.000 Euro pro Projekt

Eigentlich waren sogar 101 Projekte vorgeschlagen worden. Aber 37 Investitionsideen hatte die Kämmerei ausgesiebt, weil diese Themen betrafen, die außerhalb der städtischen Zuständigkeit lagen oder die mehr als die pro Projekt maximal zulässigen 15.000 Euro gekostet hätten.
Bei Weitem nicht jeder Einreicher schöpft die Höchstförderung aus. So schätzt die Stadtverwaltung ein, dass 3000 Euro genügen würden, die idyllische, aber ein wenig vernachlässigte Hertha-Quelle als Erholungsort herzurichten. Der Betrag würde reichen, ein Geländer zu installieren und dafür Sorge zu tragen, dass die Wege leichter begehbar sind. Unweit des Eberswalder Zoos gelegen, besticht die Hertha-Quelle durch kristallklares Wasser, das aus insgesamt drei Quellen sprudelt. Der Vorschlag, das Areal aufzuwerten, ist die Nummer 26 in der zur Abstimmung stehenden Liste.

Erforschung der Zainhammermühle

Die in der Nachbarschaft der Herttha-Quelle gelegene Zainhammermühle wird von einem Kunstverein betrieben, der anstrebt, die drei Lebensalter des Denkmals weiter zu erforschen und anschaulich darzustellen. Das Gebäude ist von 1780 bis 1820 als Eisenhammer, von 1820 bis 1866 als Knochen- und von 1866 bis 1953 als Malzmühle genutzt worden. Die Kunstmüller beantragen mit dem Vorschlag 80 alles in allem 5000 Euro, die unter anderem für den Erwerb von Schautafeln, den Ankauf historischer Mühlenteile und Druckkosten ausgegeben werden sollen. Ihr Projekt trägt passender Weise den Titel „Die drei Lebensalter der Zainhammermühle“.

Taubenschlag am Bahnhof

Wer sich die Vorschläge für den Bürgerhaushalt anschaut, stößt auf manch spannende Idee. So gibt es unter der Nummer 72 die Anregung, in Eberswalde in der Nähe des Bahnhofes einen Taubenschlag zu bauen. Es gehe um das Zusammenleben von Tauben und Menschen,. wird erläutert. „Eine der wichtigsten Maßnahmen zur tiergerechten Bestandsregulierung ist die Einrichtung von geeigneten Nistmöglichkeiten, die für die Tauben attraktiv sind“, beschreibt der Einreicher sein Anliegen. Durch einen Austausch der Gelege könne Einfluss auf die Population genommen werden. Eine Kostenschätzung gibt es dafür nicht.

Lysimeteranlage auf dem Drachenkopf

Auch das Ansinnen, die Lysimeteranlage der Versuchsstation auf dem Drachenkopf zu ertüchtigen, ist noch nicht ausgepreist. In Eberswalde haben forstmeteorologisch-hydrologische Forschung eine lange Tradition. Die ersten vergleichenden Untersuchungen zum Freiland- und Waldinnenklima hatten bereits im Dezember 1875 begonnen, 1907 wurden erstmals Lysimeter verwendet, um Bodenwassermengen zu ermitteln. Die Versuchstation auf dem Drachenkopf ist die älteste Lysimeteranlage der Welt. Ihr Zustand treibt den Mitgliedern des Naturwissenschaftlichen Vereins Eberswalde, die sie seit 2019 betreiben und erhalten, Sorgenfalten auf die Stirn.
Es gibt auch zahlreiche Projekte, die zu infrastrukturellen Verbesserungen führen könnten. Oft geht es da um Gehwege, die dringend saniert werden sollen.

Abstimmung auf https://www.eberswalde.de/start/rathaus-ortsrecht/haushalt-finanzen/buergerbudget

Fünf Stimmtaler können verteilt werden


Das Mitmachen ist einfach. Wer über die Internetseite der Stadt Eberswalde online seine Stimmtaler verteilen will, muss vorab seinen vollständigen Namen, sein Geburtsdatum, seine E-Mail-Adresse und die letzten drei Ziffern seines Personalausweises in einer Maske eintragen und kann dann seine Auswahl treffen. Abstimmungsberechtigt ist, wer in Eberswalde wohnt und mindestens 14 Jahre alt sind. Jeder Abstimmende kann fünf Stimmtaler vergeben. Ob er ein oder mehrere Projekte unterstützt, ist ihm selbst überlassen. Alle 61 zur Abstimmung zugelassenen Vorschläge werden ausführlich vorgestellt. Dazu muss die auf der Internetseite unter dem Button Bürgerhaushalt zu findende Karte angeklickt werden. Jeder zugelassene Vorschlag findet sich auf ihr mit einem grünen Button wieder. Wer den öffnet, erfährt die Einzelheiten zum jeweiligen Projekt. Am Tag der Entscheidung gilt, was die eigentliche Wahl betrifft, das gleiche Abstimmungsprocedere. sk