Harald Kothe-Zimmermann kam vor siebeneinhalb Jahren nach Eberswalde, um Geschäftsführer der kommunalen Krankenhausgesellschaft zu werden, und gründete wenig später den Verein der Sternfreunde. Gestern war ein Festtag für den Vereinsvorsitzenden: „Ich bin froh, dass das geklappt hat und freue mich darauf hier arbeiten zu können. Heute ist ein guter Tag für die Sternkunde und die Barnim-Kreisstadt.“ Er sprach mit Blick auf die erhöhte Lage der Sternwarte am Südrand der Stadt und weitere Details gegenüber der MOZ von „ausgezeichnen Bedingungen“. Damit gibt der Verein sein bisheriges Quartier in der alten Schusterwerkstatt auf dem Areal des Familiengartens auf.
Die unbeheizte Kuppel der Sternwarte beherbergt den Refraktor mit einer Brennweite von 1200 Millimetern für den Blick ins All. Es erlaubt gute Beobachtungen des Mondes ebenso wie des 2,5 Millionen Lichtjahre entfernten Andromedanebels. In lauen Sommernächten können auf der Terrasse weitere Teleskope von den Vereinsmitgliedern aufgestellt werden. Im benachbarten Vereinsraum gibt es Computertechnik für die Steuerung des Teleskops, die Aufzeichnung der Beobachtungen, virtuelle Führungen durchs All und anderes mehr. Hier sollen auch Vorträge gehalten werden.
Die Karl-Sellheim-Schule war im Zuge der Bildung einer Oberschule mit Grundschule von der Stadt Eberswalde von 2008 bis 2010 aufwändig saniert und erweitert. Das Projektbüro Dörner & Partner aus Eberswalde hat sowohl die Schule als auch wenigen Wochen die neue Himmels-
schaustation geplant. Katja Dörner berichtet, dass die Kuppel aus Australien stammt. Die Schule wurde so errichtet, dass das Dach die Sternwarte trägt. Mehrkosten allein dafür: 65 000 Euro. 5000 Euro hatte die Sparkasse spendiert – für Möbel und Technik. Insgesamt hat der Bau mehr als das Doppelte beider Summen gekostet. Gut angelegtes Geld? Landrat Bodo Ihrke ist sich sicher: Ja. Die Errichtung der Sternwarte sei Bestandteil der Bildungsinitiative Barnim, da hierdurch das Interesse der Schüler und Schülerinnen an Naturwissenschaften allgemein und der Astronomie im Speziellen gefördert wird. Ihrke hob hervor, dass der Verein selbst aktiv die Sternwarte mitgestaltet hat und die komplette Technik einbrachte.
In der Sternwarte werden fortan Vereinsmitglieder interessierten Schüler aus Eberswalde Vorträge übers Weltall, über Sterne und den Nutzen der Astronomie halten. Harald Kothe-Zimmermann verriet, dass Sigmund Jähn zwar nicht zur Eröffnung kommen wollte, aber zugesagt habe, das er bei einem Tag der offenen Tür über seine Erfahrungen im All reden will. Die Namensgebung der Sternwarte wurde allenthalben begrüßt. Gunther Wolff sagte: „Sigmund Jähn ist ein sympathischer Junge. Ich habe ihn bei einem Vortrag am Institut für Forstwissenschaften kennen gelernt und war begeistert. Außerdem war er der erste Deutsche im All.“
Schulleiterin Petra Ziegenhahn wird den „Goldenen Schlüssel“ zur Sternwarte stolz im Schulhaus ausstellen.
Seit der Vereinsgründung des Vereins Sternenfreunde Eberswalde vor drei Jahren treffen sich die 15 Mitglieder jeden letzten Donnerstagabend, um bei Einbruch der Dunkelheit ihrem gemeinsamen Hobby, der Beobachtung des Sternenhimmels (im Winter um 
19 Uhr, im Sommer spätestens um 21 Uhr) nachzugehen.