"Wir kommen nicht nur zum Arbeiten zusammen. Beinahe genauso wichtig ist der gemeinsame Austausch", findet Sven Gumbrecht aus Eberswalde, der die regelmäßigen Repair-Cafés initiiert hat.
Zu den Helfern, die Tipps beisteuern und kompliziertere Handgriffe auch schon einmal übernehmen, gehört Frank Menge aus Hohenfinow. "Das Reparieren zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben", verrät der Elektronik-Ingenieur, der es als ökonomischen und ökologischen Wahnsinn bezeichnet, dass Defektes heute meist gleich gegen Neues ausgetauscht wird. Der Hobby-Schrauber mischt fast jedes Mal als Anleiter beim Repair-Café mit, auch wenn er dem Verein noch nicht beigetreten ist.
Hingegen gehört Heinz Ristenbieter aus Eberswalde sogar dem fünfköpfigen Vorstand an, in dem alle gleich viel zu sagen haben. "Das kniffligste Problem, mit dem wir bisher zu tun hatten, war ein Toaster, dessen Drähte durch eine Fehlbedienung aufeinander geschweißt waren", berichtet der Industrie-Meister. Es sei gelungen, die Drähte vorsichtig wieder zu lösen und das Gerät in Betrieb zu nehmen. "Die Reparatur klappt in mehr als der Hälfte der Fälle", zieht er Bilanz.
Wie aufs Stichwort spielt der Rekorder von Klaus Siebeneicher wieder Musik ab. Der Besitzer hängt an dem Grundiggerät, das er 1986 in Österreich gekauft hat, als er zur Hochzeit seines Neffen ins nichtsozialistische Ausland durfte. "Im vorigen Jahr fing das Teil zu schnarren an", erzählt der Finowfurter, dem ein Rundfunkmechaniker bereits zu einer Neuanschaffung geraten hatte, weil sich die Reparatur nicht mehr lohne. Jetzt hofft er, dass der Rekorder lange durchhält. Sein Klang werde durch modernere Technik kaum erreicht.