Eberswalde. Während das Straßenkulturfest die Waldstädter auf die Straßen lockte, herrschte auch auf dem Gelände der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) reges Treiben: Für dem Tag der offenen Tür kamen unzählige Studieninteressierte aus ganz Deutschland und dem Ausland.
Dass die Eberswalder Hochschule für Ökologie und Nachhaltigkeit steht, konnte man schon am Eingang zum Stadtcampus erahnen. Student und Diplomingenieur Moritz Sanne stellte hier das Modul einer Solaranlage vor, die mit einer Kapazität von 250 Watt die Elektronik an den Ständen mit erneuerbarer Energie versorgte. Die Stände selbst wurden ebenfalls mehrheitlich von Studenten betreut, die ihren Studiengang und Forschungsprojekte Interessierten gerne anschaulich erklärten.  Neben dem Stadtcampus, waren ebenso der Waldcampus und der Forstbotanische Garten für Besucher geöffnet.
Unter den zahlreichen Ständen befand sich auch Janosch Becker, der am Stand der Zoologie diverse Vogelarten vorstellte. Das Rebhuhn, so bericht der Student, wäre früher einmal ein „Allerweltshuhn“ gewesen. Jedoch sei der Artbestand durch die Intensivierung der Landwirtschaft stark zurückgegangen, warnt er.
Wer sich mehr dem Thema Umweltmanagement hingezogen fühlte, war beim Stand von  Dr. Thoralf Buller genau richtig, der das Projekt „Smells like“ (“Riecht nach“) präsentierte. „Uns geht es hierbei besonders um den Feinstaub in der Luft,  dessen Vorkommen von den Eberswaldern selbst gemessen werden kann“, erklärt er. Ziel sei es, auf interaktiven Karten einsehen zu können, wie die Feinstaubbelastung vor der eigenen Haustür, auf dem Schulweg oder Arbeitsweg aussieht“.
Neben der Umweltverschmutzung war auch die Lebensmittelverschwendung ein großes Thema auf dem Tag der offenen Tür. „Foodsharing“ heißt der neue Trend, der am Sonnabend auf sich aufmerksam machen konnte. Die Idee dahinter? Überschüssige Lebensmittel sollen nicht mehr weggeworfen werden. Sie werden daher mithilfe einer Internetplattform eingesammelt und auf Anfrage verteilt.
Auf dem Waldcampus ließ hingegen vor allem neueste Technik für sich sprechen: Mehrere Drohnen wurden hier vorgestellt und gaben Einblicke in das Landschaftsprofil der Region. Technikbegeisterte wie Thomas Braun nahmen sich gern die Zeit zum Waldcampus zu spazieren. Der Studieninteressierte  kam extra aus Münster angereist, um sich die Hochschule anzusehen. Besonders spannend fand er bisher den Studiengang der Forstwirtschaft, gesteht er. Attraktiv an Eberswalde sei vor allem die Nähe zum Wald. Dass die Hochschule so viele studentische Initiativen anbiete, sei ein weiterer großer Pluspunkt für die Stadt. „So viele praktische Anwendungsbereiche sind in Großstädten nicht immer gegeben“, meint er. Eine Zukunft in Eberswalde kann er sich daher sehr gut vorstellen.