Der Name Hengstenberg hat in diesem Fall nichts mit dem Sauerkrauthersteller zu tun. Stattdessen gab Pädagogin Elfriede Hengstenberg (1892 bis 1992) der Methode und den speziellen Geräten ihren Namen. Den Kindern wird dabei nicht vorgemacht, wie sie mit frei stehenden Leitern, Brettern, Stangen oder Kippelscheiben umzugehen haben. Stattdessen sollen sie sich selbst ausprobieren und entscheiden, was sie sich zutrauen. Durch Unfälle im Kleinen sollen auf diese Weise solche im Großen verhindert werden. Peter Fuchs erklärt nur ein paar Regeln: Nicht drängeln, nicht meckern, nicht hetzen. Die meiste Zeit bleibt der Pädagoge stiller Beobachter.
"Jetzt gebe ich euch den nächsten Impuls", sagt er und fordert die Sechs auf, sich die Socken auszuziehen. Denn balanciert und gekippelt wird barfuß. Mit Holzscheiten beginnt die Spielstunde. Nach und nach kommen größere Geräte dazu. "Geil", meint eines der Kinder als sie eine Brücke aus zwei runden Holzstreben gebaut haben. Für die Erwachsenen gibt es auch Regeln. Sie dürfen nicht reden und nicht eingreifen, was einigen sichtlich schwerfällt, als die Kinder über eine mannshohe Leiter klettern.
Jörg Goldenbaum, seit Januar Leiter der Kita, hatte bereits in Schönwalde, seiner alten Wirkungsstätte, gute Erfahrungen mit dem Hengstenberg-Projekt gemacht. Brandenburgweit wird es in 65 Einrichtungen angeboten. Eine weitere gibt es in Eberswalde.
2200 Euro kosten die Spielsachen. Die erste Leasing-Rate von 500 Euro spendiert die Unfallkasse. Dann entscheidet die Kita, ob sie das Projekt beibehält und den Restbetrag aufbringt.