Gegenüber 2015 hat sich der Geldumsatz durch den Verkauf von Grundstücken im Landkreis fast verdoppelt. Bei einem gleichzeitigen Rückgang der "Kauffälle". Dies geht es aus dem "Grundstücksmarktbericht 2019" hervor, den der Gutachterausschuss soeben für den Barnim veröffentlicht hat.

Bauland im Barnim wird knapper

So wurden im vorigen Jahr zwischen Ahrensfelde und Lunow 2613 Kauffälle registriert, sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Rückläufig sind vor allem die Verkäufe für unbebaute Grundstücke, also von Bauland. Waren es 2018 noch 844 Verträge, die beurkundet wurden, sind für 2019 nur noch 661 vermerkt. Was ein Indiz für die Verknappung des Angebots ist. Leicht zurückgegangen sind auch die Verkäufe von bebauten Grundstücken – von 1006 in 2018 auf 990 im vergangenen Jahr. Dafür ist bei der Veräußerung von sogenanntem Wohnungs- und Teileigentum, dazu gehören vor allem Eigentumswohnungen, ein Anstieg zu verzeichnen. Von 498 in 2018 auf 577 in 2019. Von diesen 577 entfielen allein 385 auf Bernau, also etwa zwei Drittel. Wie sich überhaupt das Wachstum der Hussitenstadt in der Statistik widerspiegelt. Jeder vierte Kaufvertrag wurde in Bernau geschlossen.
Aufschlussreich ist auch die Entwicklung der Erlöse, lässt sie doch in Relation zu den Kauffällen Rückschlüsse auf die Preisentwicklung zu. So ist bei bebauten Grundstücken, trotz Rückgangs an Kauffällen, ein steigender Geldumsatz festzustellen (+6% zum Vorjahr).  Besonders begehrt sind freistehende Einfamilienhäuser. Der Gutachterausschuss konstatiert für dieses Segment, dass die Kaufpreise im Berliner Umland in den vergangenen acht Jahren stetig angestiegen sind. Allein von 2018 auf 2019 um zehn Prozent. Im weiteren Metropolenraum, wozu vor allem der Oberbarnim gehört, gebe es mit acht Prozent einen "mäßigen Preisanstieg". Insgesamt wechselten im vorigen Jahr 528 freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser den Eigentümer, mit einem Gesamtwert von 136 Millionen Euro. Für eine gebrauchte Immobilie am Berliner Rand (Baujahr bis 1990) musste ein Käufer im Schnitt 283 000 Euro hinblättern, im Oberbarnim indes "nur" 172 000 Euro.
Das Preisniveau für Bauland wird bekanntlich durch die Bodenrichtwerte abgebildet. Diese Daten hatte der Gutachterausschuss bereits vorher separat veröffentlicht. In ihrem Bericht stellten die Experten fest, dass 2019 etwa zwei Drittel aller Bodenrichtwerte gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind.

Immobilien-Nachfrage anhaltend hoch

Gleichwohl sei eine "anhaltende Nachfrage nach baureifem Land" spürbar. Als Beispiele für neu erschlossene Wohnanlagen und -gebiete werden genannt: Altenhof "Unter den Buchen" (Kaufpreismittel in 2019 von 100 Euro/qm); Althüttendorf "Bahnhofstraße (150 Euro); Eberswalde "Barnimhöhe" (125 Euro); Schönow "Bernauer Allee" (370 Euro).
Förmlich in die Höhe geschossen ist der Geldumsatz im Bereich Wohneigentum. Mit 113 Millionen Euro lägen die Erlöse um gleich 44 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Erstverkauf wurden 291 Wohnungen veräußert (51 Prozent mehr als im Vorjahr), im Weiterverkauf 239. Bei den Erstverkäufen bestimmt erneut Bernau das Bild: mit 242 veräußerten Eigentumswohnungen. Dafür wurden dort 3500 Euro/qm verlangt. Die Wohnungen in den Töpferhöfen Eberswalde wurden für 2800 Euro/qm angeboten.
Und die Preise scheinen weiter zu steigen. Aktuell werden 24 im Bau befindliche Eigentumswohnungen in Finowfurt (am Sportplatz) vermarktet – für Summen zwischen 2750 und 3400 Euro/qm. In Wandlitz werden für ein Neubauprojekt gut 5000 Euro aufgerufen.

Bebaute Grundstücke


Der durchschnittliche Wohnflächenpreis für Doppelhaushälften und Reihenhäuser stieg 2019 auf 2100 Euro/qm. Für Ein- und Zweifamilienhäuser wurden im Schnitt 2300 Euro/qm erzielt. Die ermittelten Wohnflächenpreise varrieren im Kreis nach Lage und Alter der Immobilie (daneben spielen natürlich auch Ausstattung und Zustand eine Rolle). Drei Beispiele: In Panketal liegt der Preis für ein Eigenheim (zwischen 1991 und 2010 erbaut) bei durchschnittlich 3260 Euro/qm Wohnfläche, ist es nach 2011 erbaut, sind 3820 Euro möglich. In Schorfheide liegen die Summen bei 1740 Euro (1991-2010) bzw. 2920 Euro (nach 2011). In Eberswalde bei 2020 Euro (nach 1991). red