"Unser Antrag ist nicht nur einhellig befürwortet, sondern regelrecht gefeiert worden", freut sich Viktor Jede, der dem 52 Mitglieder zählenden Verein vorsteht. "Das ist auch kein Wunder, denn der Aufsichtsrat erkennt an, dass sich die Finower für ein aktives Stadtleben einsetzen", sagt Doreen Boden, die bei der WHG die Kundenbetreuung leitet und die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verantwortet.
Die Vereinsverantwortlichen hoffen, dass es ihnen gelingt, auch die zweite Hürde zu überspringen. Der Stadtteilverein bewirbt sich um 15 000 Euro aus dem Bürgerhaushalt. Die Abstimmung läuft seit dem 24. August und noch bis zum 10. September digital und gipfelt am 12. September, 10 bis 18 Uhr, im "Tag der Entscheidung", der im Familiengarten ausgetragen wird. Die Finower bemühen sich um einen Zuschuss zur Grundsteinlegung für ihr Generationshaus. 2017 und 2019 waren die Projekte des Stadtteilvereines jeweils deutlich mit den meisten Stimmtalern bedacht worden.
Das Vorhaben, auf dem Festplatz, der vielen Finowern noch als einstiger Tankstellen-Standort bekannt ist, ein Mehrzweckgebäude hochzuziehen, treibt Viktor Jede und seine Mitstreiter seit Ewigkeiten um.
Schickimicki unerwünscht
"Die Investition soll dem gesamten Stadtteil zugute kommen", sagt der Vorsitzende. Gewünscht werde ein barrierefreies, ebenerdiges und funktionales Haus, das über von außen zugängliche Toiletten, eine Küche und einen Saal verfüge. "Wir wollen kein Schickimicki", unterstreicht Ronny Hiekel, der dem Vorstand des Vereins als Beisitzer angehört.
Seit 2016 haben die Finower das Areal am Schwanenteich von der WHG gepachtet. Die Feste, die dort gefeiert werden, ziehen Massen an. Das war vor der Corona-Pandemie so. "Und das wird eher noch wachsen, wenn die strengen Auflagen irgendwann nicht mehr nötig sind", urteilt Viktor Jede. Bislang hat der Verein Miettoiletten aufstellen lassen, wenn Feten anstanden. Die auftretenden Künstler mussten sich irgendwo umziehen. "Und es fehlte uns auch immer ein öffentlicher Treffpunkt, der regensicher ist", ergänzt der Vorsitzende. Das Generationshaus soll in all diesen Punkten  Abhilfe schaffen.
Der Vorstand des Stadtteilvereines strebt an,  den Neubau möglichst komplett in Eigenleistung hochzuziehen. "Unsere Vereinsmitglieder sind in vielen Gewerken beschlagen", sagt Ronny Hiekel. Es werde zahlreiche freiwillige Arbeitseinsätze auf dem Festplatz gegeben. Die reinen Materialkosten werden auf 150 000 Euro geschätzt.
Maximal sieben Jahre Zeit
"Wenn alles gut geht, können wir 2021 den Baustart zelebrieren", kündigt Viktor Jede an. Am Generationshaus werde immer dann weitergearbeitet, wenn die Finanzen dies erlauben.  Es gebe eine einzige zeitliche Vorgabe: Sobald die Baugenehmigung erteilt sei, müsse das Gebäude innerhalb von sieben Jahren fertiggestellt sein. "Wie ich uns kenne, schaffen wir das weit eher ", sagt der Vorsitzende.
Um eine städtische Förderung über den Bürgerhaushalt hinaus werden sich die Finower nicht bemühen. "Unser Interesse ist es, in jeder Hinsicht frei über unser Vorhaben entscheiden zu können", betont Viktor Jede.
Die Finower denken schon weiter. In einem zweiten Schritt könnte das Generationshaus mit einer Terrasse versehen werden.
Abstimmung zum Bürgerhaushalt: www.eberswalde.de