Am deutlichsten widerspiegelt der sogenannte Preisindex für Grundstücke die Dramatik auf dem Immobilienmarkt. Im Vergleich zu 2010, so zeigt Mandy Schmalz, Leiterin der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses, auf eine Grafik, sei im Landkreis eine Steigerung auf maximal 275 Prozent zu verzeichnen. Vor allem ab 2013/14 seien die Preise in die Höhe geschnellt. Am extremsten im Südbarnim, wozu Bernau, Wandlitz und Werneuchen zählen. Gefolgt vom unmittelbaren Speckgürtel Berlins mit Panketal und Ahrensfelde (aktuell bei zirka 270 Prozent) sowie dem Mittelbarnim mit Biesenthal-Barnim, Eberswalde und Schorfheide (255 Prozent). Allein im Nordbarnim mit Britz-Chorin-Oderberg und Joachimsthal sei ein noch relativ konstantes Niveau zu verzeichnen. Wobei es punktuell auch dort 2018 zu Verteuerungen kam. Gleichwohl gebe es innerhalb des Landkreises nach wie vor ein extremes Gefälle. Die Bodenrichtwerte liegen laut Schmalz zwischen neun Euro pro Quadratmeter (Lunow-Stolzenhagen) und besagten 240 Euro in Zepernick-West (Gemeinde Panketal) bzw. sogar 410 Euro für Wassergrundstücke am Wandlitzsee.
In die Bewertung seien 835 Kauffälle, also Geschäfte für unbebaute Grundstücke eingegangen. Im Vorjahr waren es 908. Dieser Rückgang im Angebot erkläre zum Teil auch den Preisanstieg. Bauland werde immer knapper. "Insbesondere in den Ortslagen", so Schmalz. Beispielweise wurden 2018 in Ahrensfelde nur 29 Notarverträge geschlossen, 2017 waren es noch 95.
Aufgrund der hohen Nachfrage, der Bauboom ist den Erhebungen zufolge vor allem am Berliner Rand ungebrochen, entwickeln Kommunen und private Investoren aber nach wie vor neue Standorte. Beispielweise an der Turmstraße in Schönow (Bernau), wo 2018 50 Parzellen veräußert wurden, für durchschnittlich 225 Euro/qm. In Biesenthal wechselten an der Pappelallee für im Schnitt 135 Euro/qm 30 Grundstücke den Besitzer, in Finowfurt (Schorfheide) am Alten Bahnhof elf für 90 Euro sowie auf der Barnimhöhe in Eberswalde 18 Grundstücke für ebenfalls 90 Euro. "In diesen Preisen stecken natürlich auch die Erschließungskosten", erläutert die Fachfrau.
Die höchsten Steigerungsraten waren unter anderem in Wandlitz (Blumenviertel) mit einem Zuwachs von 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Selbst im dörflichen Sommerfelde, einem Ortsteil von Eberswalde, oder etwa in Britz (Dorf) schossen die Werte in die Höhe (+70 Prozent).   Das absolut teuerste Pflaster im Oberbarnim ist neben der Eberswalder Altstadt (170 Euro/qm) wie schon 2017 Altenhof mit 110 Euro am See.
Nachfrage weiter sehr hoch
Ob sich die Entwicklung auch 2019 fortsetzt und die Preise weiter klettern, dazu will Mandy Schmalz keine Prognose abgeben. "Wir bilden die Entwicklung nur ab." Fakt ist: Es werden neue Quartiere entwickelt, im Nieder- wie im Oberbarnim. In Althüttendorf etwa am Grimnitzsee ruft ein privater Investor derzeit Preise um die 140, 150 Euro auf. In Eberswalde ist zwar aktuell nicht ein einziges kommunales Grundstück verfügbar. Aber die Stadt arbeitet an drei Standorten: Bärbel-Wachholz-Weg in der Clara-Zetkin-Siedlung (voraussichtlich 32 Parzellen ab Ende 2020), Christel-Brauns-Weg in Finow (knapp 60 Parzellen ab Frühjahr 2021), letzter Bauabschnitt Ostender Höhen (fünf ab 2020). Vier Grundstücke am Karl-Marx-Ring in Finow sollen demnächst angeboten werden.
Alle Bodenrichtwerte sind ab sofort online abrufbar unter www.boris-brandenburg.de

Preise für Baugrundstück mit Eigenheim


Bodenrichtwerte (per 31. Dezmeber 2018) in ausgewählten Gebieten im Barnim

Ahrensfelde (OT Ahrensfelde) 180-220 Euro/qm

Bernau (nur Stadtgebiet) 110-200 Euro/qm

Biesenthal (nur Ortslage) 55-120 Euro/qm

Eberswalde (nur Stadtgebiet) 40-75 Euro/qm

Amt Britz-Chorin-Oderberg 9-50 Euro/qm

Amt Joachimsthal 10-42 Euro/qm

Panketal (Zepernick, Schwanebeck) 125-240 Euro/qm

Schorfheide (OT Finowfurt) 70 Euro/qm

Wandlitz (OT Wandlitz, ohne Seegrundstücke) 110-200 Euro/qm