Wie erforscht man das Universum, die Tiefsee oder den gesellschaftlichen Zusammenhalt? Mit welchen Werkzeugen und Methoden sammeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Daten? Welche Herausforderungen begegnen den Forschenden während ihrer Arbeit? In der aktuellen Saison widmet sich die interaktive Ausstellung an Bord des umgebauten Fracht- und Containerschiffes der Wissenschaft selbst.
Nur noch bis zum 13. Mai liegt die MS Wissenschaft auf Höhe der Imbissstätte Nordpark im Eberswalder Wohngebiet Nordend vor Anker. Dort können Interessierte täglich von 10 bis 19 Uhr vorbeischauen – ohne vorherige Anmeldung und ohne Eintritt.

Staatssekretär nimmt an Podiumsdiskussion teil

Auf Einladung des Eberswalder FDP-Bundestagsabgeordneten Friedhelm Boginski haben sich jetzt zahlreiche Vertreter von Barnimer Schulen zu einem Austausch über bildungs- und forschungspolitische Themen auf der MS Wissenschaft getroffen, um einer Podiumsdiskussion beizuwohnen, die von Thomas Sattelberger und Matthias Barth bestritten wurde. Der Erste ist Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung. Der Zweite steht als Präsident der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde in der Verantwortung.
Beide hoben hervor, dass die deutsche Wissenschaft eine hohe internationale Reputation genieße, ihre Bedeutung für Innovationen aber in der Öffentlichkeit oftmals nicht präsent sei.

Von der Revolutionären Jugend in die FDP

„Dabei ist Bildung der Humus dafür, dass es überhaupt zu Innovationen kommt“, sagte Thomas Sattelberg, dessen Vita ungemein spannend ist. Der Schwabe gehörte in seiner Jugend der Außerparlamentarischen Opposition an und gehörte zu den Gründern der Revolutionären Jugend Deutschland, eines der Vorläufer des Kommunistischen Arbeiterbundes Deutschlandes. Seit 2015 ist er Mitglied der FDP, seit 2016 sitzt er im Bundestag. Der Diplom-Volkswirt, der einst maoistische Ideen verfolgte, war Vorstandsmitglied bei Daimler Benz und bei der Deutschen Telekom, bevor er in die Politik wechselte.
Im Austausch: MdB Friedhelm Boginski, Moderatorin Johanna Mandelkow, Thomas Sattelberger und Matthias Barth (von links) nehmen an Bord der MS Wissenschaft an einer Podiumsdiskussion teil.
Im Austausch: MdB Friedhelm Boginski, Moderatorin Johanna Mandelkow, Thomas Sattelberger und Matthias Barth (von links) nehmen an Bord der MS Wissenschaft an einer Podiumsdiskussion teil.
© Foto: Sven Klamann
„Es ist wunderbar, so interessante Persönlichkeiten in Eberswalde begrüßen zu dürfen“, sagte Friedhelm Boginski.
Das Ausstellungsschiff an sich verdient ebenfalls Aufmerksamkeit. Mit seiner Länge von 102 Metern dürfte es zu den größten Wasserfahrzeugen gehören, die jemals auf dem Oder-Havel-Kanal in der Barnimer Kreisstadt vor Anker gegangen sind. Angetrieben wird es von einem 960 PS starken Motor, der mit verflüssigtem Gas läuft. „Seit 20 Jahren ist der Kahn für die Wissenschaft im Einsatz“, verriet Kapitän Albrecht Scheubner. Früher habe das Schiff vorwiegend Kohle transportiert. Zur Besatzung würden zwei Leute gehören, die Ausstellungsbetreuung obliege weiteren vier Beschäftigten.

MS Wissenschaft ankert in Oranienburg

„Wir laufen pro Jahr etwa 30 bis 35 Städte an und begrüßen etwa 100.000 Besucher“, sagte Markus Weißkopf von der Initiative „Wissenschaft im Dialog“, die das Austellungsschiff im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung betreut.
Wer das Gastspiel der MS Wissenschaft in Eberswalde verpasst hat, bekommt die Gelegenheit, die interaktive Ausstellung in Oranienburg zu besichtigen. Dort wird vom 14. bis 17. Mai am Fahrgastanleger Lehnitzsee in der Heidelberger Straße Station gemacht.