Barnims bester Kunstrasenplatz ist im Fritz-Lesch-Stadion zu finden. Die Einweihung des 670 000 Euro teuren und 5550 Quadratmeter großen Areals war ein Volksfest, das am Freitag in zwei Etappen gefeiert wurde.
Zwei Kita-Mannschaften aus Eberswalde hatten am Vormittag das Vergnügen, den neuen Kunst-rasenplatz einzuweihen, den in der Dunkelheit sechs Flutlichtmasten erhellen, die mit einer LED-Beleuchtung ausgestattet sind. die der stadteigene Bauhof für zusätzliche 25 000 Euro errichtet hat. Das Flutlicht wurde nicht gebraucht, als Bürgermeister Friedhelm Boginski den Anstoß für das Auftaktfußballspiel zwischen der Kita Sonnenschein und der Kita Kinderland vollzog. Jeweils acht Mädchen und Jungen auf dem Feld sowie ein Torwart rannten nach dem Anpfiff zehn ausgefüllte Minuten lang kreuz und quer über den Platz, der aus einer Natursteinschottertragschicht, einer Ausgleichsschicht aus Natursteinschotter, einer gebundenden elastischen Tragschicht sowie dem eigentlichen Kunstrasen, einer mit Sand-Gummi gefüllten Polschicht, aufgebaut wurde, die einen UV-Alterungsschutz enthält. Die vier bis sechs Jahren Kinder aus den beiden Kitas, mit denen der Fußballsportverein Lok Eberswalde, Hausherr im Fritz-Lesch-Stadion, Kooperationsverträge abgeschlossen hat, staunten über den nahezu butterweichen, angenehm federnden Belag und jagten dem Ball hinterher, ohne auf Abseits, Seitenlinie und das Verbot zu achten, die Hand zu benutzen, um den Spielfluss voranzutreiben. Die kurzweilige Partie endete 2:0 für die Kita Kinderland.
Zuvor hatte das Stadtoberhaupt betont, es sei das erklärte Ziel von Politik und Verwaltung, alle großen Eberswalder Sportanlagen für die Zukunft fit zu machen. „Wir handeln nach einem durch die Volksvertreter verabschiedeten Sportentwicklungskonzept“, hob Friedhelm Boginski hervor. So sei bereits viel Geld im Westendstadion investiert worden. Und die heiße Phase des Um- und Erweiterungsbaus für die Waldsportanlage in Finow stehe unmittelbar bevor.
Auch Götz Herrmann, 1. Vorsitzender des FSV Lok, der mehr als 400 Mitglieder zählt und 16 Mannschaften im Spielbetrieb hat, dankte den Stadtverordneten, zu denen er selbst gehört, für ihr Einverständnis, das Fritz-Lesch-Stadion erheblich aufzuwerten. „Es lässt sich noch gar nicht bis ins Letzte einschätzen, welche Möglichkeiten uns durch den Kunstrasenplatz zur Verfügung stehen“, sagte der Lok-Funktionär. Ausdrücklich lobte Götz Herrmann die Einsatzbereitschaft der beteiligten Firmen, des Landschaftsarchitekturbüros Mewis aus Biesenthal und von Schmitt-Spielplatzbau aus Groß Köris, sowie der Mitarbeiter aus dem Eberswalder Rathaus.
Der 1949 gegründete Verein hatte sich lange um den Kunst-rasenplatz bemüht, mit dessen Montage im April begonnen worden war. „Wir haben unsere Naturrasenplätze permanent überlastet“, blickte der 1. Vorsitzende zurück. Immer wieder sei es daher vorgekommen, dass die Flächen für Training und Spiele gesperrt werden mussten, damit sich der Rasen erholen konnte. Für die Fußballer war dann jedes Mal ein Umzug auf die Plätze befreundeter Vereine erforderlich. „Unser Kunstrasenplatz erlaubt uns endlich mehr Kontinuität. Das wird sich gewiss auch sportlich auszahlen“, wagte Götz Herrmann eine Prognose.
Am Abend wurde dann erst recht gefetet – mit Showtraining, Punktspiel und Live-Konzert.
Vor zwei Jahren war der von 1999 stammende Kunstrasenplatz im Westendstadion saniert worden – für etwa 240 000 Euro. Seit 2017 gibt es überdies einen Kunstrasenplatz in Finowfurt.