Am heutigen offiziell ersten Verkaufstag dürfte vor und in dem Baumarkt mit der knallig orangenen Fassade Volksfeststimmung herrschen. Schon am Sonntag, bei der von OBI als VIP-Party bezeichneten Voreröffnung, ging es dort hoch her. Marktleiter Ingo Schmidt (40), zuvor in gleicher Position für die Filiale in seinem Wohnort Bad Freienwalde tätig, und seine 51 Mitarbeiter hatten sich im Kassenbereich aufgestellt, um jeden einzelnen Kunden mit einer La-Ola-Welle und Applaus zu begrüßen. "Wir sind mächtig froh, dass wir nach vier heftigen Wochen der Vorbereitung endlich loslegen dürfen", verriet er.
Der OBI-Baumarkt in Finowfurt ist die 338. Filiale des Unternehmens in Deutschland und sogar die 571. weltweit. Alles in allem etwa fünf Millionen Euro, schätzt OBI-Regionalleiter Rainer Becker, dürfte die Baumarktkette in die Neuansiedlung an der Bundesstraße 167 gesteckt haben, für die mit einer flächendeckenden Plakataktion und Postwurfsendungen geworben wurde. OBI Finowfurt besteht aus 6800 Quadratmeter Bau- und 2800 Quadratmeter Gartenmarkt.
Schorfheides Bürgermeister Uwe Schoknecht jubelte über die Neueröffnung. "Wir freuen uns, dass es nach der Praktiker- Insolvenz mit nur kurzer Unterbrechung am Standort weitergeht. Das ist wichtig für das Fachmarktzentrum, für unsere Gemeinde und für die gesamte Region", betonte er. Schorfheide heiße den Marktführer in der Baumarktbranche willkommen. Der Bürgermeister zollte OBI Respekt für die "logistische Meisterleistung", in nur einem Monat den Markt neu einzurichten.
"Wir halten an unseren Plänen fest, das Fachmarktzentrum zu erweitern", erklärte Uwe Schoknecht. In Abstimmung mit der Stadt Eberswalde hätten die Gemeinde und der Metro-Konzern ein Einzelhandelsgutachten in Auftrag gegeben, in dem untersucht wird, wie sich die sechs geplanten zusätzlichen Märkte mit jeweils 800 Quadratmeter Verkaufsfläche auf die Region auswirken würden. Das Gutachten, hoffte der Schorfheider Bürgermeister, werde im Spätherbst dieses Jahres vorliegen.
"Wir hätten uns diesen Ansiedlungserfolg lieber für Eberswalde gewünscht", gab Jan König, Amtsleiter für Wirtschaftsförderung und Tourismus im Rathaus der Barnimer Kreisstadt, bei der Voreröffnung des OBI-Marktes freimütig zu. Die Vermarktung des ehemaligen Max-Bahr-Standortes gestalte sich vor allem deshalb schwierig, weil nicht nur die Baumarktkette selbst, sondern auch der Eigentümer der Immobilie in die Insolvenz gegangen sei. "Wir hoffen dennoch auf eine positive Entwicklung. Erst in der vergangenen Woche gab es wieder ein Gespräch mit potenziellen Interessenten", hob der Amtsleiter hervor. Für die Region sei es aber gut, dass jetzt nicht mehr zwei Baumärkte leer stünden, sagte Jan König.
Von den 52 OBI-Mitarbeitern in Finowfurt waren sechs zuvor bei Max Bahr beschäftigt. Hingegen wurde von der ehemaligen Praktiker-Belegschaft niemand für die neue Filiale übernommen. "Wir haben aber einige Arbeitskräfte in den Nachbarmärkten in Bernau und Bad Freienwalde untergebracht", sagte Regionalleiter Rainer Becker.
Die Baumarktkette hat die Voreröffnung am Sonntag genutzt, um an die Kunst-, Kultur- und Sport-Stiftung in der Gemeinde Schorfheide und an den Tischtennisverein TTC Finow-GEWO Eberswalde Schecks in Höhe von je 2500 Euro zu übergeben. Das Geld wird in beiden Fällen insbesondere für die Nachwuchsförderung verwendet.