Jagdhornbläser, Schwärzefüße und hoffentlich viele Besucher werden sich am Sonnabend beim Yachtclub tummeln. Vom Hafen am Werbellinsee kommt man theoretisch bis auf die Weltmeere. Erste Segelversuche können auch beim Jubiläumsfest gemacht werden.
Gerd Wiesner ist seit vielen Jahren Mitglied im Yachtclub Schorfheide. Mittlerweile ist er 82 und immer noch gern auf dem Boot. Bis nach Hause hat es der Eberswalder eigentlich nicht weit. Trotzdem krabbelt er im Sommer zum Schlafen lieber in seine Koje in der Seerandstraße 18. „Von hier kommen Sie bis nach China“, erzählt er. Soweit ist der Rentner bisher noch nicht gesegelt, früher aber oft vom Werbellinsee über die Mecklenburgische Seenplatte bis hoch zur Ostsee gefahren. Nur zu DDR-Zeiten ging das noch nicht. Da war die Müritz das Ziel. Aufs Meer duften die Segler wegen Fluchtgefahr nicht.
Zu DDR-Zeiten wurde der Club auch gegründet. Auf dem Gelände des Tonwerks, das die Sektion Segeln im Juni 1968 auf die Beine stellte. So kommt es, dass die Mitglieder, die sich nach der Wende als Verein formierten, nun 50. Geburtstag feiern. Das rauschende Fest beginnt am Sonnabend um 14 Uhr auf dem Gelände des Clubs. Für Musik sorgen der Bernetsche Männerchor, die Jagdhornbläser, die Schwärzefüße und Orgel-Henry. Am Abend sind Disko, Lagerfeuer und eine Lasershow angekündigt. Es wird eine Hüpfburg und Segelbootmodellvorführungen geben.
Für Unterhaltung ist also gesorgt. Für sportliche Betätigung auch. So können sich die Besucher unter anderem im Stand-Up-Paddling ausprobieren. Außerdem wird ein Schnupperkurs „Segeln für Kinder“ angeboten, mit dem die Veranstalter hoffen, wieder mehr junge Menschen für den Sport zu begeistern. „Wir sind etwas überaltert“, sagt Gerd Wiesner. Wie viele Vereine plagen auch die Segler Nachwuchssorgen.
Dabei sei das Training bezahlbar, der Mitgliederbeitrag moderat. Selbst nach der „extremen“ Pachterhöhung durch die Stadt als Eigentümer des Geländes hätte der Beitrag noch nicht erhöht werden müssen, sagt die Vereinsvorsitzende und Stadtverordnete Gerlinde Schneider. „Trotzdem müssen wir uns Gedanken machen, wie wir das Geld in den nächsten Jahren aufbringen“, so die 63-Jährige.
Schließlich sei man kein elitärer Verein. Für den Trainingsbetrieb der Jugendlichen werden Boote und Zubehör gestellt. Vier sogenannte Optimisten – die kleinsten Segelboote im Club – stünden zur Verfügung. Trainiert wird immer donnerstags und nach Vereinbarung. Begonnen werden kann theoretisch schon im Vorschulalter. Die meisten Eltern würden ihre Kinder aber erst starten lassen, wenn diese schwimmen können.
Die mitgliederstärksten Jahre verzeichnete der Verein in den 70er- und 80er-Jahren. 85 ordentliche Mitglieder waren damals dabei. Heute sind es immerhin noch 63. Die meisten kommen aus dem Amtsbereich Joachimsthal. Einige Eberswalder sind vertreten sowie ungefähr zehn Berliner. Segler aus der Gemeinde Schorfheide sind eher in der Segelsektion von Stahl Finow Mitglied, die ebenfalls auf dem Werbellinsee trainiert. In die Quere kommt man sich nicht. Dafür sei der See groß genug.
Rund 50 Boote liegen im Hafen des Clubs. Zusammen mit den Kindergrößen sind es etwa 25 Segelboote. In den Jollenklassen seien auf dem Gewässer schon Deutsche Meisterschaften ausgetragen worden. Als Unterschlupf dient das 2005 übergebene moderne Vereinsheim.