Doch im Auftrag des jetzigen Eigentümers, einer Versicherungsgesellschaft aus den alten Bundesländern, sucht der Eberswalder Immobilienmakler Neufang & Bierbrauer, jetzt einen Käufer für den ehemaligen IFA-Salon an der Breiten Straße.
„Nutzungsvorgaben gibt es nicht“, sagt Carsten Neufang, der sich um die Vermarktung des 1200 Quadratmeter großen Grundstückes kümmert, für das ein Kaufpreis in Höhe von fast 300 0000 Euro verlangt wird.
Der zuletzt von einem Autohaus und von einem Maschinenausleihservice genutzte IFA-Salon stamme aus dem Jahr 1976 und sei sanierungsbedürftig, berichtet der Immobilienmakler. Grundsätzlich komme ein Abriss mit anschließender Wiederbebauung ebenso in Frage wie eine Sanierung, hebt Carsten Neufang weiter hervor. Die ersten Gespräche mit Interessenten seien bereits erfolgt.
„Ich könnte mit beiden Varianten leben“, sagt Karen Oehler, die sich als Vorsitzende der bündnisgrünen Stadtfraktion und als Ortsvorsteherin von Stadtmitte, Ostend und Südend für ein lebenswertes Eberswalder Zentrum einsetzt. „Zu einem Schandfleck ist der IFA-Salon ja nur geworden, weil er leer steht“, betont sie. Es komme auf die Nutzung an. Das Gebäude falle an der Breiten Straße auf, weil es nicht in der Bauflucht, sondern ein paar Meter nach hinten versetzt errichtet wurde.
Nach Auskunft von Baudezernentin Anne Fellner wird auch die Stadtverwaltung einem Investor für den IFA-Salon und möglichen Umnutzungsanträgen keine Steine in den Weg legen. „Ob Abriss und Neubau wirtschaftlich tragbar wären, haben nicht wir zu entscheiden“, sagt sie. Sollte sich ein neuer Eigentümer für diesen Weg entscheiden, wäre das beinahe so etwas wie ein Griff nach der Taube auf dem Dach. „Uns wäre auch der Spatz in der Hand recht – also eine gewerbliche Nutzung in dem bestehenden Gebäude“, sagt die Eberswalder Baudezernentin.
Der IFA-Salon findet sich auch in der vor vier Jahren von der Stadt beschlossenen „Strategie Eberswalde 2020“ wieder – als Schlüsselgebäude, das gesichert oder aktiviert werden müsste. Allerdings ohne jede Angabe zum Arbeitsstand und zu den erwartenden Kosten.
Im Jahr darauf war der IFA-Salon sogar als möglicher neuer Standort für die Stadtbibliothek in der Diskussion – mit Verweis darauf, dass 2017 der Mietvertrag mit der Rathauspassage ausläuft. Inzwischen steht fest, dass die Bibliothek ins neue Bürgerbildungszentrum ziehen soll.