So etwa die Kaffeefahrten der vermeintlichen „Zentralen Gewinnverteilung“ aus dem niedersächsischen Sögel. Verbraucher erhalten von diesem Unternehmen Anschreiben mit Reisebestätigungen über eine kostenlose Busreise zur Gewinnübergabe, die sie gar nicht gebucht hatten. Aus den Anschreiben geht hervor, dass die Reise nicht stornierbar sei und bei Nichtantritt eine Gebühr von 19.90 Euro zu zahlen wäre. Weshalb eine Bearbeitungsgebühr für den Wegfall einer Reise anfallen soll, die ohnehin kostenlos sein soll, darüber schweigt sich das Schreiben aus.
Sabine Fischer-Volk, Rechtsreferentin bei der Verbraucherzentrale in Potsdam, warnt ausdrücklich vor solchen Angeboten: „Das sind untergeschobene Verträge, die Verbraucher zu nichts verpflichten; schon gar nicht zur Zahlung einer Stornogebühr!“ Die Verbraucherschützer raten dazu, solche fragwürdigen Gewinnspiel-Offerten grundsätzlich zu ignorieren.
Die „Zentrale Gewinnverteilung“ hat Berichten von mehreren Verbrauchern zufolge nach einem ersten Anschreiben, das unbeantwortet geblieben ist, noch einen zweiten Versuch gestartet: Mit weiteren Briefen verschickte der Anbieter Reisebestätigungen mit einer Zahlungsaufforderung bei Nichtantritt. „So setzen die angeblichen Glücksboten Verbraucher unter Druck, um ihnen später auf Werbeverkaufsveranstaltungen überteuerte Reisen oder Waren aufschwatzen zu können“, sagt Rechtsreferentin Fischer-Volk.
Der Erfolg solcher Angebote besteht gerade darin, dass vorwiegend ältere Menschen sich immer wieder auf Gespräche oder Antwortschreiben einlassen, erklärt Harald Gräfe von der Eberswalder Verbraucherzentrale. Das, obwohl dazu überhaupt keine Verpflichtung besteht: „Wenn sich nur zehn oder 15 Prozent dazu hinreißen lassen, zu bezahlen, dann verdienen die richtig gut“, sagt Gräfe.
Im Detail unterscheiden sich die Angebote und Tricks einzelner Anbieter zum Teil recht deutlich. Über rund 70 verschiedene Abzockmethoden bei Gewinnspielen sowie bei Haustürgeschäften und unerlaubten Anrufen informiert die Verbraucherzentrale in Broschüren.
Vorsicht ist gerade bei telefonischen Kontakten mit solchen Anbieterfirmen geboten, denn auch diese können unter Umständen Folgen nach sich ziehen: „Die meisten Verträge kann ich in der Tat mündlich abschließen“, sagt Harald Gräfe. Ein Vertrag, so der Jurist, sei nichts anderes als zwei übereinstimmende Willenserklärungen. Und die sei wie beim normalen Einkauf im Geschäft schnell zustande gekommen.