Irgendwo klemmt’s
"Wir leisten hier ehrenamtliche Arbeit, haben eine aktive Jugendgruppe und sind zur Stelle, wenn wir in Gefahrenfällen gebraucht werden", erklärt er bei einem Vororttermin. Dass aber selbst die Türbeschläge, zerstört von Einbrechern, die Ende 2018 das THW heimsuchten und Computer wie Fahrzeugschlüssel stahlen, noch nicht ersetzt wurden, sei unverständlich. Auch ein neues Fahrzeug wartet auf die Zulassung – seit November.
Von einem Anruf bei der Bima berichtet der 46-jährige Landrat, der selbst bekennender THWler und Zugführer ist, höchst unzufrieden. Ihm sei als Barnimer Landrat keinerlei Auskunft gegeben worden. "Keiner redet mit uns", fasst der aufgewühlte Eberswalder zusammen. Er wendet sich hilfesuchend an Zierke. Dieser verspricht Unterstützung im Bundestag und im direkten Kontakt mit der dem Bund gehörenden Bima. Die teilt auf MOZ-Anfrage am Freitag mit, dass im zweiten Quartal ein Vorschlag unterbreitet werden soll, wie die "künftige Unterbringung am wirtschaftlichsten zu realisieren ist".
Dabei brauchen die Eberswalder keine Schützenhilfe in Sachen Immobiliensuche. Das haben sie nämlich gemeinsam mit der Stadt Eberswalde seit langer Zeit hinter sich. Die 70 ehrenamtlich Aktiven mit 13 Fahrzeugen samt Gabelstapler – vier passen nicht in die Halle im TGE – haben längst ein Areal gefunden. In Nordend gibt es die Möglichkeit, berichtet auch der Landrat, zu einem guten Preis ein Grundstück von der Stadt zu übernehmen. Ein "Erkundungsauftrag des THW" werde geprüft, so die Bima. Und zwar im Stadtgebiet von Eberswalde. Die Liegenschaft der Stadt werde einbezogen in die Untersuchung. Mängel am vorhandenen Depot, dem Mietobjekt, würden von der Bima "zügig beseitigt", heißt es aus der Pressestelle in Bonn.
Wie dann das THW zu einem neuen Depot kommt, sei zweitrangig, betont auch Wolter. Ob über einen Investor, der das neue Depot schlüsselfertig hinstellt, oder über Bundesmittel, sei später noch zu klären. Das THW will in der Kreisstadt bleiben und stößt bei Stadt wie Kreis auf eine breite Unterstützung.
Viel zu kleine Fahrzeughalle
Wenn eine Notstromleitung zu legen ist, die Küche zur Versorgung von Helfern am Katastrophenort fehlt oder Menschen zu bergen sind, dann ist das THW dabei. Doch im viel zu engen Depot in Eberswalde müssen sich Frauen – immerhin zwölf Aktive gibt es – hinter aufgestellten Schränken in die Uniform stehlen, berichtet Hilfeanwärterin Christiane Villain. Ganz zu schweigen von Sanitäranlagen. Ob Stromausfall in Berlin oder Großlage Waldbrand – an ihrer Einsatzbereitschaft machen die THWler keine Abstriche.