Der Entwurf der neuen Kita-Gebührensatzung hat den Sozialausschuss passiert. Einmütig stimmte das Gremium der überarbeiteten Verwaltungsvorlage zu. Es gab viel Lob, aber auch einige kritische Anmerkungen.
Die allermeisten Eltern würden nach dem neuen Entwurf finanziell eine Entlastung erfahren, erklärte Dezernent Jan König den Abgeordneten anhand von Folien und Zahlenkolonnen. Und zwar dank einheitlicher Geschwisterrabatte von 20 Prozent sowie einer neuen Einkommensstaffel. Unter Einbeziehung des reduzierten Essengeldes hätten mehr als 90 Prozent der Mütter und Väter mit einer Senkung der Gebühren zu rechnen. Nur in einem Punkt habe die Verwaltung nicht die Wünsche des Kreis-Kitaelternbeirats erfüllt: bei der Basis der Betreuungszeiten. Dort soll es bei 50 Wochen-Stunden für Krippe und Kindergarten als Berechnungsgrundlage bleiben, so der Dezernent. Die Nachbesserung habe natürlich ihren Preis. Der Zuschussbedarf erhöht sich laut König um knapp 270 000 Euro. Diese Summe muss die Stadt zusätzlich aus ihrem Etat aufbringen.
Dr. Ulrike Hoffmann (SPD) befand sogleich: Die Überarbeitung der Satzung sei das „Beispiel einer guten und breiten Diskussion“, mit dem jetzigen Entwurf gebe die Stadt ein Signal in Richtung Familienfreundlichkeit. Dem schloss sich Stefan Schmiedel an. Die Rathausspitze habe „gute Arbeit geleistet“, bescheinigte der sachkundige Einwohner. Monique Schostan (CDU) ergänzte: „Es war gut, dass wir uns Zeit genommen haben.“ Es werde jetzt aber auch Zeit für eine Entscheidung, mahnte Dr. Sabine Klavehn (FDP). Dietmar Ortel (CDU) sprach von einem „tragbaren Ergebnis“, plädierte aber gleichzeitig dafür, doch noch einmal über eine Erhöhung des Geschwisterrabatts auf 25 Prozent nachzudenken.  Dies wäre doch ein deutlicherer Anreiz für Eltern, sich vielleicht für ein zweites oder drittes Kind zu entscheiden. Carsten Zinn (Unabhängiges Wählerbündnis) stellte zwar die Zustimmung seiner Fraktion in Aussicht, monierte aber zugleich die fehlende Transparenz bei der Kalkulation und verwies auf die aktuelle Entwicklung in Schwedt, wo Eltern gegen die Stadt klagen. Jürgen Wolff (Linke) mahnte in diesem Zusammenhang, einerseits die „Überhangstellen“ bei den Erzieherinnen wie auch die Betriebskosten im Blick zu behalten. Ilona Pischel (Bündnis Eberswalde) indes befand: Der Begriff der Entlastung sei völlig „irreführend“. Ziel müsse die komplett beitragsfreie Kita sein.
Am Donnerstag befasst sich der Hauptausschuss mit dem Entwurf. Unterdessen hat sich mit Anna Heyland eine betroffene Mutter, die zugleich Mitglied im Kreis-Kitaelternbeirat ist, zu Wort gemeldet. Mit einem gut zweiseitigen Brief an die Stadtverordneten. Darin schreibt sie, dass im Vergleich zum Ursprungsentwurf „schon wichtige Schritte in Richtung Familienfreundlichkeit gemacht“ wurden. Verbesserungen, die aber aus ihrer Sicht noch nicht weitreichend genug sind. Heyland wünscht sich einen 25-prozentigen Geschwisterrabatt ebenso wie 60 Wochenstunden als Berechnungsgrundlage. Die Mutter verweist auf „ganz spezielle Konstellationen“, die Eltern „schon bei relativ geringem Einkommen stärker belastet“. Dies gelte vor allem für Familien, die bisher nur eine Teilverpflegung bezahlt haben. Sie müssten bereits ab einem monatlichen Nettoeinkommen von 2301 Euro künftig höhere Beiträge entrichten.
Laut Heyland bleibe, bei allen Nachbesserungen, „ein fader Beigeschmack bestehen“. Denn am Höchstsatz selbst, der in erheblichem Maße von den Personalkosten abhängt, „wurde trotz intensiver Anregungen von Seiten der Elternvertretung und kritischer Nachfragen aus Ihren Reihen, nichts verändert.“ Die Mutter fordert nähere Informationen zur Personalausstattung ein, die ihren Informationen zufolge bei 127 Prozent liegt.
Die hat der Dezernent jetzt geliefert. Nach einer Übersicht, differenziert nach Einrichtungen, kommt die Stadt auf einen Erzieherbestand zwischen 101 Prozent (Villa Kunterbunt) und 119 Prozent (Die coolen Füchse). König begründet den „Überhang“ mit längeren Öffnungszeiten und der Begleitung der Kinder auf dem Weg von/zur Schule.