Nur auf den ersten Blick wirkt es, als hätten sich die Befürworter einer Wiederinbetriebnahme für den Autoverkehr durchsetzen können. 697 Abstimmende, 46,44 Prozent, sind der Ansicht, dass die kürzere Verbindung zwischen dem Eberswalder Ortsteil und der Kleinstadt im Amt Biesenthal-Barnim den Barnim näher zusammenrücken lassen, Kilometer und Benzin sparen würde.
Hingegen teilen 473 Teilnehmer der Umfrage, 31,51 Prozent, die Einschätzung, dass es auch anderswo sanierungsbedürftige Autostraßen gebe und es sinnvoller wäre, die Telekomstraße als durchgängigen Radweg herzurichten. Und 331 Abstimmende, 22,05 Prozent, stimmen der Forderung zu, auf das teure Verkehrsprojekt zu verzichten, bei dem Aufwand und Nutzen in keinem vertretbaren Verhältnis zueinander stünden. Damit sprechen sich insgesamt 804 Teilnehmer der Umfrage, 53,56 Prozent, dagegen aus, die Ortsverbindung für den Autoverkehr zu ertüchtigen. Und haben eine knappe Mehrheit.
Zunächst hatte es auf der Internetseite ein ganz anderes Bild gegeben. Für den Ausbau der Telekomstraße waren lange Zeit deutlich mehr als 60 Prozent der Abstimmenden gewesen.
Der Wandel setzte ein, nachdem am 10. September im städtischen Ausschuss für Bau, Planung und Umwelt über die voraussichtlichen Kosten und die Realisierungschancen einer Stilllegung der Strecke, eines Ausbaus als Autostraße oder eines Radwegs informiert worden war. Im Entwurf der dabei vorgestellten "Verkehrsplanerischen Untersuchung" kommen die Mitarbeiter des Stadtentwicklungsamtes zu dem Schluss, dass einzig ein Radweg zu empfehlen wäre.
Noch aber hat die Politik nicht entschieden. Und Befürworter und Gegner des Ausbauvorhabens werden die Chance nutzen, in den Fraktionen für ihre Position zu werben. Beide Lager werden dabei auch die nicht repräsentative Umfrage auf der Internetseite der Märkischen Oderzeitung zitieren.
Mit einer politischen Debatte über die "Verkehrsplanerische Untersuchung" ist frühestens ab November zu rechnen.