Der Deutsche Fußballbund (DFB) und die Regional- und Landesverbände im DFB fordern die bundesweite Trainingserlaubnis für Amateurfußballer und andere Sportarten, die an der frischen Luft betrieben werden können. Die Begründung: Es ist kein erhöhtes Ansteckungsrisiko nachgewiesen. Da hat wohl jemand das Prinzip der Maßnahme nicht begriffen.

Spiele sind wegen Corona ausgefallen

Allein in der Brandenburgliga sind vor der Pause immer mehr Spiele ausgefallen. Am letzten Oktober-Spieltag waren es vier von neun Partien. Dem SV Falkensee-Finkenkrug und der Oranienburger Eintracht fehlen bereits mehrere Spiele aufgrund von Corona-Vorfällen. Das sollte doch schon Beweis genug sein, dass etwas passieren muss. Denn die Chance, dass es weitere Vorfälle geben könnte wird nicht kleiner.

Menschen bangen um ihre Existenz

In einer Zeit, in der Restaurants schließen und Festivitäten ausfallen müssen darauf zu pochen, dass Fußball gespielt werden darf, zeugt von Realitätsferne. Viele Menschen bangen um ihre Existenz. Es wäre wie ein Schlag vor den Kopf, wenn sie ihren Beruf derzeit nicht ausüben können, um die Pandemie einzudämmen, aber nebenbei soll eng beieinander Freizeitsport getrieben werden. Den Verantwortlichen der Forderung scheint die dramatische Lage im Land nicht bewusst zu sein.

Alle unnötigen Infektionsquellen minimieren

„Die Vereine haben in den vergangenen Monaten gemeinsam mit den Verbänden enorme Anstrengungen unternommen und die Herausforderungen ebenso hervorragend wie verantwortungsvoll bewältigt. Dass sie aktuell zur sportlichen Untätigkeit verurteilt sind, tut weh“, wird DFB-Vizepräsident Rainer Koch zitiert. Ja, es tut weh. Die Beschwerde sollte man aber in diesem Fall nicht an die Politik richten, sondern an all die Sorglosen, die das Virus ungehemmt weiter verbreiten.
Ja, es ist eine bescheidene Situation. Sport fördert die Gesundheit und hat seine gesellschaftliche Bedeutung. Es reicht aber, wenn jemand unbemerkt infiziert ist und dann auf dem Spielfeld 21 weitere Spieler potenziell ansteckt. Der Sinn des Lockdowns ist, alle unnötigen Ansteckungsquellen für eine Zeit zu minimieren. Und darunter fällt nun mal auch der Freizeitsport.