An den Tongruben hatten es sich bisher vor allem Besitzer von Wochenendhäusern gemütlich gemacht. Die relativ ruhige Lage unweit von Mäckersee und Oder-Havel-Kanal, aber auch der Theo-Steil-Anlage, könnte bald auch Häuslebauer interessieren. Erste Bäumchen wurden bereits gepflanzt, Markierungen abgesteckt. Die Gemeinde Schorfheide will für das Grünbrachland nur wenige Hundert Meter hinter dem Finowfurter Ortseingangsschild - fast noch Eberswalder Randlage - Baurecht schaffen und das Gebiet vermarkten. Die Gemeindevertreter haben bereits ihr Ja dazu gegeben.
Insgesamt könnten 18 Grundstücke aus der Freifläche zwischen Gartenhäusern und Walzwerkstraße entstehen. "Entlang der Walzwerkstraße wollen wir ein Mischgebiet ausweisen", erläutert Petra Kreutzfeldt vom Schorfheider Bauamt. Das heißt, auf den bis zu zehn an der Straße gelegenen Grundstücken darf sich auch ruhiges Gewerbe ansiedeln. In zweiter Reihe, getrennt durch eine öffentliche Grünfläche mit Bäumen und bis an die Wochenendhäuser heran, ist dagegen ein reines Wohngebiet vorgesehen. Dort würden noch einmal acht Grundstücke Platz finden. "Genau parzelliert haben wir das noch nicht", sagt Petra Kreutzfeldt. Die Grundstücksgrößen richten sich auch nach dem Bedarf. Angedacht sind aber Größen von etwa 700 bis 800, teilweise auch 900 Quadratmetern, also "keine ganz kleinen Grundstücke".
Bislang hat die Kommune sich in Finowfurt an nur einem solchen Vorhaben versucht. Seit 2009 ist der Bebauungsplan für das "Müllerland" am Finowkanal rechtskräftig. Im vergangenen Jahr rechnete man in der Gemeinde laut Haushaltsplan mit Einnahmen von 400 000 Euro. Erfolg hat das Vermarktungsprojekt noch nicht gezeitigt. Zwar sollen einige Interessenten angefragt haben, darunter sogar ein potentieller Käufer, der das gesamte Gebiet hätte vermarkten wollen. "Das Problem ist dort aber die Erschließung", so Petra Kreutzfeldt.
An der Walzwerkstraße ist dagegen vieles geregelt. Ein Anschluss ans zentrale Abwassernetz ist nicht vorhanden und in absehbarer Zeit auch nicht geplant. Am Frischwassernetz hängt das Gebiet aber schon. Schmutzwasserentsorgung soll dezentral auf den Grundstücken erfolgen. Hauptleitungen für Strom, Gas und Telekommunikation laufen an der Walzwerkstraße entlang.
Immerhin drei Parzellen hat die Gemeinde im vergangenen Jahr an den Mann gebracht. "Wir erwarten noch 80 Prozent dieser Einnahmen in diesem Jahr", sagt Hauptamtsleiterin Angela Braun. 2012 sollen insgesamt neun Parzellen veräußert werden. Die Kommune rechnet in diesem Jahr daher mit 350 000 Euro aus den Grundstücksverkäufen im neuen Wohngebiet.