Am Freitagabend wird im Rahmen einer Kooperation mit dem Filmfest Provinziale in der oberen Etage die anderthalbstündige Dokumentation "Fremd" von Miriam Faßbender gezeigt. Der 2012 auf der Provinziale ausgezeichnete Film zeigt die Flucht des Maliers Mohamed. Beim Zuschauen erlebt das Publikum die Odyssee des jungen Mannes auf seinem Weg nach Europa hautnah mit. Die eindringlichen Szenen, die einen Menschen zeigen, der trotz aller Hindernisse und Ablehnungen den Mut nicht verliert, berühren. Insbesondere die menschenunwürdigen Bedingungen, unter denen der Malier in Algerien leben und arbeiten muss, um Geld für die Überfahrt zu sparen. Aber auch unbeschwerte Momente wie ein gemeinsames Essen mit anderen Flüchtenden zeigt der Film.
Dass Europa mitunter nur der Kontinent der Träume bleibt und in der Realität nie erreicht wird oder sich zum Albtraum verwandelt, zeigen einige Kunstwerke im Erdgeschoss. Auf einer Lithografie wird die Eintrittskarte ins vermeintliche Paradies wie eine simple Spielkarte verteilt. Auf einem großformatigen Ölgemälde liegt der wohlhabende Europäer genüsslich am Strand, während hinter ihm Leichen angeschwemmt werden.
Die kostenlose Ausstellung "Mythos Europa" in der Brunnenstraße 26 a geht bis zum 5. November. Öffnungszeiten und weitere Veranstaltungen auf: www.mythos-europa.de