Karen Oehler, die Vorsitzende der vierköpfigen Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Eberswalder Stadtparlament, liebt klare Worte. Auch zur Sperrung des Parkplatzes am Schwärzesee, die für jede Menge Unmut sorgt. „Wir begrüßen diese Entscheidung und stehen hinter dem Oberförster“, erklärt die Kommunalpolitikerin in einer Pressemitteilung. Der Parkplatz habe inmitten eines Waldgebietes und direkt an der Grenze des Naturschutzgebietes „Nonnenfließ-Schwärzetal“ gelegen, das ein besonders geschützter Naturraum nach der Europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) sei.

Von der Sperrung profitieren auch die Badegäste

„Dorthin mit motorisierten Fahrzeugen fahren zu dürfen, war seit Jahren eine geduldete Ausnahme, für die es eigentlich keine Berechtigung gab. Wälder und Waldwege sind nun einmal für den öffentlichen Fahrzeugverkehr gesperrt. Das gilt hier genauso wie andernorts“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. „Wir denken, dass die Beruhigung des Gebietes nicht nur der Natur zugute kommt und Gefahren wie Waldbrand und Schadstoffeinträgen vorbeugt, sondern dass davon auch die Besucher dieser malerischen Naturbadestelle profitieren werden“, schreibt karen Oehler. Es werde weniger Lärm und Müll geben und auf den Zufahrtswegen würden sich Fußgänger und Radler, inbesondere Familien und Kinder, sicherer, ungestörter und ohne von Staubwolken eingehüllt zu werden, fortbewegen können.

Ausleihe von Bollerwagen unweit des Sees vorstellbar

Um das Erreichen der beliebten Naherholungsstätte zu Fuß und per Rad bequemer zu machen, schlagen Bündnis 90/Die Grünen vor, die Rad- und Wanderwege dorthin durchgängig und naturverträglich zu ertüchtigen, einladend zu gestalten und auszuschildern. Am Ende der öffentlichen Straße sollte eine Parkmöglichkeit eingerichtet werden. Dort könnten dann z.B. auch Bollerwagen zur Ausleihe stationiert sein. „Schwerbehinderte Menschen sollen gern eine Ausnahmegenehmigung für die Waldbefahrung beantragen können“, empfiehlt die Volksvertreterin.
Jüngst hat der Finower Roland Malz die Einwohnerfragestunde im Eberswalder Ausschuss für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr genutzt, um ein weiteres Mal seinen Unmut über den Wegfall des Parkplatzes am Schwärzesee zu bekunden. Es sei der falsche Weg, pauschal alle Badegäste zu bestrafen, weil sich einige wenige Störenfriede nicht benehmen können.
„Ich verstehe nicht, dass die Stadt so etwas zulässt“, sagte er.

Badestelle am Schwärzesee bleibt erhalten

Eberswaldes Baudezernentin Anne Fellner erklärte, dass die Stadt die Maßnahme der Oberförsterei zur Kenntnis genommen habe. Es sei nachvollziehbar, dass es dem Waldeigentümer darum gehe, am Schwärzesee die Auswüchse von Vandalismus zu unterbinden, zu denen es zuletzt im Sommer 2020 verstärkt gekommen sei. Die Oberförsterei sei ihres Wissens nach bereit, an Bedürftige Erlaubnisscheine zum Heranfahren an die Badestelle zu verteilen. „Die Badestelle selbst bleibt erhalten. Wer dorthin will, muss jetzt 800 Meter laufen. Das empfinde ich für die Allermeisten als zumutbar“, sagte Anne Fellner.

Eberswaldes Politik nimmt sich des Streitthemas an

Der Ausschussvorsitzende Hans Mai (SPD/BfE) versprach, dass die Politik an dem Thema dranbleiben werde. Vielleicht finde sich ja noch ein Kompromiss. „Vorstellbar wäre zum Beispiel, dass sich ein Bürgerbeirat um Ordnung und Sauberkeit auf dem Parkplatz kümmert“, schlug der Volksvertreter vor.