Das Urteil fällt milde aus: "Im Nachhinein ist festzustellen, dass die das Herzstück der Hecke bildenden Bäume in hohem Maße bruchgefährdet waren, wodurch die Maßnahmen grundsätzlich gerechtfertigt werden können, wenngleich ein schonenderes Vorgehen in kürzeren Abschnitten naturschutzfachlich geboten gewesen wäre", erklärt der Barnimer Pressesprecher Oliver Köhler. Der eigentliche Gegenstand des Eingriffs, der auch den angrenzenden Radweg verkehrssicherer machen sollte, sind Pappeln gewesen, um die herum die Hecke gewachsen war.
Die von Naturschützern geforderte sofortige Anpflanzung neuer Gewächse erteilt der Kreis eine Absage: "Man kam darin überein, dass im Herbst diesen Jahres festgestellt werden soll, inwiefern sich die auf den Stock gesetzten Sträucher der Hecke noch regenerieren konnten", so Köhler weiter. "Gegebenenfalls werden dann Neupflanzungen als Ausgleichsmaßnahme erforderlich, worüber man sich einvernehmlich verständigen wird."
Rechtliche Folgen für den drastischen Rückschnitt hat Schorfheide nicht zu befürchten. Laut Kreis ist festzustellen, dass die Gemeinde als Straßenbaubehörde keine weiteren Genehmigungen für sogenannte Unterhaltungsmaßnahmen am Straßenzubehör benötigt. Das schließt laut Kreis auch "Begleitgrün" wie die Hecke ein. "Versäumt wurde lediglich die Beteiligung der Naturschutzbehörde", erläutert Köhler im Hinblick auf die beim Kreis angesiedelte Institution. Dieser Umstand ergebe sich aus dem Brandenburgischen Straßengesetz. Auch die Gemeinde bestätigt, dass zwar das Fällen der Pappeln angekündigt worden sei, nicht aber, dass die gesamte Hecke auf den Stock gesetzt wird. Das habe sich erst im Verlauf der Arbeiten ergeben.
Der Kreis kommt zu folgendem Schluss: "Im Ergebnis dessen kann der Gemeinde beziehungsweise der beauftragten Firma zwar vorgeworfen werden, die für diesen Eingriff in Natur und Landschaft notwendigen Abstimmungen nicht vorgenommen zu haben, jedoch gibt es keine rechtliche Grundlage für ein Einschreiten der Naturschutzbehörde."
Die Gemeindeverwaltung zeigt sich zufrieden mit dem Ausgang des Gesprächs. "Entspannung bringt die Tatsache, dass seitens der Naturschutzbehörde keine rechtlichen Schritte gegen die Kommune eingeleitet werden", erklärt Schorfheide-Sprecherin Heike Wähner. "Im Nachgang der Fällung veranlasst die Gemeinde Schorfheide noch im April das Herausfräsen der Baumstubben, sodass kein neuer Pappelaufwuchs entsteht." Wenn im Herbst festgestellt werde, dass Neupflanzungen notwendig sind, würden diese von der Gemeinde übernommen.