Manche Büros sehen noch etwas spartanisch aus. Die meisten Mitarbeiter haben sich jedoch längst eingerichtet, mal ganz sachlich, mal mit persönlicher Note. Auf alle Fälle viel Platz. Seit 10. Oktober sei man am neuen Standort, dem Landesbehördenzentrum, arbeitsfähig, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Meyer, der die Zweigstelle der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) leitet. Für die Eberswalder "Filiale" hat Potsdam eine weitere ehemalige Kaserne an der Tramper Chaussee saniert, Haus 13. Mehr als sechs Millionen Euro sollen in das Objekt geflossen sein. Wobei es nicht nur die Staatsanwaltschaft beherbergt, sondern auch die Sozialen Dienste der Justiz.
Etwa 20 Jahre hatte die Zweigstelle ihr Domizil an der Bergerstraße 9-10, einem Mietobjekt. Die Planungen fürs Landesbehördenzentrum, eine landeseigene Immobilie, liefen über Jahre, "gefühlte hundert Beratungen" habe er mitgemacht, sagt Meyer scherzhaft. Denn natürlich waren bei der Sanierung der einstigen Mannschaftsunterkunft und bei der Umnutzung (siehe auch Seite 16) die spezifischen Belange und Erfordernisse der Justizeinrichtung zu berücksichtigen.
Das Objekt an der Bergerstraße war nicht nur eng, es entsprach als angedachte Interimslösung auch nicht den heutigen Standards und den Anforderungen. Etwa in puncto Sicherheit. Die jetzige Außenstelle an der Tramper Chaussee sei technisch auf hohem Stand ausgerüstet. Eine deutliche Verbesserung für die etwa 40 Mitarbeiter, darunter 14 Amts- und Staatsanwälte, also. Meyer zeigt beispielsweise den großen Konferenzraum sowie einen Schulungsraum. Für eine kleine Fachbibliothek, einen Sanitätsraum, einen separaten Vernehmungsraum sei jetzt gleichfalls Platz. Zu den größten Pluspunkten zählt Meyer ein sehr modernes Archiv sowie einen großen Fahrstuhl, mit dem sich auch Akten transportieren lassen. Und davon gibt es ja nun in der Außenstelle jede Menge.
Auch wenn die Zahl der Fälle in den vergangenen Jahren laut Behördenleiter leicht gesunken ist. Im vorigen Jahr registrierte die Außenstelle zirka 12 000 Fälle bzw. Strafsachen, bei denen sich die Ermittlungen gegen einen bekannten Tatverdächtigen bzw. Beschuldigten richten. Hinzu kamen etwa 9600 Ermittlungen gegen unbekannt. In diesem Jahr liege man aktuell bei 10 500 Verfahren gegen bekannt. Den Rückgang der Fallzahlen führt Meyer insbesondere auf die Polizeireform zurück. Denn gerade bei sogenannten Kontrolldelikten, wie Trunkenheit am Steuer, sei eine Abnahme der Verfahren festzustellen.
Neben allgemeinen Strafsachen sowie Verfahren gegen Jugendliche ist die Außenstelle Eberswalde als SchwerpunktStaatsanwaltschaft im Land Brandenburg für Fälle von Geldwäsche zuständig.
Direkter Nachbar der Staatsanwaltschaft wird künftig das Amtsgericht Eberswalde sein. Der Umbau von Haus 12 hat begonnen. Der Verbinder, eine Art Querriegel, wiederum steht schon. Dieser Neubautrakt werde für Staatsanwaltschaft und Gericht der gemeinsame Eingang sein, weiß Meyer. Wachtmeisterei und Poststelle sind bereits eingerichtet. Auch das sei "kein Vergleich" zum bisherigen Domizil in der Stadt, sagt Meyer.
Bei allen Verbesserungen - einen Nachteil bringe der neue Standort für viele Mitarbeiter mit sich, verhehlt der Leiter nicht. "Der Arbeitsweg hat sich für viele doch erheblich verlängert." Etliche Kollegen kämen beispielsweise aus Berlin. Zu Fuß vom Bahnhof, das sei jetzt nicht mehr drin. In der Anbindung des Behördenzentrums ans öffentliche Verkehrsnetz sieht Oberstaatsanwalt Meyer deutliche Reserven. "Etliche Kollegen sind schon aufs Auto umgestiegen, wie man unschwer am Parkplatz erkennen kann." Aber dies könne nicht wirklich gewollt sein. "Vielleicht setze ich mich mal mit den anderen Behördenleitern in Verbindung. Und wir laden dazu den Bürgermeister ein", denkt Meyer laut nach.
Im Landesbehördenzentrum haben unter anderem das Finanzamt, das Landeskriminalamt (LKA), das Arbeitsgericht, der Landesbetrieb Straßenwesen und das Polizeirevier Eberswalde ihren Sitz. Auch Abteilungen des Landesamtes für Umwelt (Ressort Großschutzgebiete) sowie des Landesamtes für Arbeitsschutz haben dort Büros.
Staatsanwaltschaft Außenstelle Eberswalde, Tramper Chaussee 8, Telefon 03334 2040