Beide Preisträger waren gestern ins Rathaus eingeladen. Landrat und Bürgermeister wollten Irina Holzmann sowie den beiden Vertretern von F. E. T. E. Florian Görner und Sebastian Walter persönlich gratulieren. "Die Arbeit der Migrationsberatungsstelle ist ein Leuchtturm im Landkreis", sagte Ihrke. Das gelte auch für das Projekt F.E.T.E., das anschaulich belege, dass sich Jugendliche für ein tolerantes Miteinander engagieren. Dem konnte Boginski nur beipflichten. Nicht umsonst hänge in seinem Arbeitszimmer das Bild, auf dem neue Eberswalder begrüßt werden. "Das ist uns Herzenssache. Mit unserem Integrationskonzept, das auch in Potsdam Beachtung findet, sind wir ein gutes Stück vorangekommen", so der Bürgermeister.
Den praktischen Beweis liefert Irina Holzmann selbst. Vor 15 Jahren war sie als Russlanddeutsche nach Eberswalde gekommen und hilft seitdem, dass Spätaussiedler in ihrer neuen Heimat Fuß fassen können. "Es reicht aber nicht, gute Ideen zu haben. Man braucht Kooperationspartner", sagt sie. Die Agentur für Arbeit ist ein solcher Partner geworden. "160 Männer und eine Frau haben inzwischen eine Ausbildung gemacht und alle Prüfungen bestanden, das in deutscher Sprache. 80 Prozent davon haben sich zum Berufskraftfahrer qualifiziert, 60 Prozent sind in Arbeit", sagt sie. Irina Holzmann würde gern weitere Ausbildungsprojekte starten, deshalb hofft sie jetzt auf weitere Förderung der Migrationsberatungsstelle.
Das Projekt F.E.T.E war im Oktober 2007 gestartet. "Wir wollten rechtsradikaler Subkultur nicht das Feld überlassen", sagen Florian Görner und Sebastian Walter. Die Gefahr von Rechtsextremismus in Eberswalde sei latent, verweisen die beiden auf die Zerstörung eines Asia-Imbisses im Leibnizviertel. "Die Stadt braucht eine starke Zivilcourage, über Generationen und Parteien hinweg", so die beiden Ausgezeichneten.
Projekt F.E.T.E agiert inzwischen nicht mehr nur in der Kreisstadt, sondern auch in Joachimsthal, Biesenthal und Finowfurt. Die nächste F.E.T.E-Fete ist schon geplant. Neben Workshops wird es auch viel Musik geben. In Vorbereitung sind außerdem Projekte und Seminare zum Thema Toleranz in Schulen des Kreises.