Sonnabend kurz vor 15 Uhr. Das Gedränge vor dem Hörsaal an der Friedrich-Ebert-Straße ist groß. In wenigen Minuten werden Prof. Andreas Grohmann und Andrea Hollmann vom Institut für Chemie der Technischen Universität Berlin ihren Vortrag beginnen. "Warum gibt es Feuer, das unter Wasser brennt?", ist ihr Thema. "Mit diesem spannenden Schwerpunkt waren die beiden schon bei der 7. KinderUni dabei. Weil das Interesse so groß war, wird die Vorlesung jetzt wiederholt", freuen sich Helga Thomé und Angelika Röder von der Bürgerstiftung über das ausgesprochen große Interesse auch in diesem Jahr.
Die neunjährige Rita Pollock aus Eberswalde beispielsweise möchte dem Geheimnis gern auf den Grund gehen. "Ich bin hier, weil ich wissen will, warum Feuer unter Wasser brennt", sagt sie etwas schüchtern. Familie Wollenberg aus Angermünde hat Sohn Julius vorsorglich zum Familientag angemeldet. Der Zwölfjährige ist das erste Mal dabei und hat sich schon seine Gedanken zum Vortragsthema gemacht. "Irgendwie läuft auf dem Grund des Wassers vielleicht Lava", vermutet er.
"Ich finde das Thema total spannend. Vielleicht brennt es, weil Sauerstoff enthalten ist", erklärt Julius Mehner aus Schlepkow, Schüler der 5. Klasse in der Aktiven Naturschule Prenzlau. "Sauerstoff allein wird nicht die Ursache sein", widerspricht der Viertklässler Pepe Duks. "Ich hoffe, für mich gibt es im Hörsaal auch noch Platz. Ich finde das Thema ebenfalls hochspannend", erklärt Martin Mehner, der seinen Sohn nach Eberswalde begleitet hat.
Das erste Experiment, das Andrea Hollmann vorbereitet, heißt brummender Gummibär. Kochsalz plus Kohlendioxid plus Wasser und Hitze ergibt Energie heißt die Formel, die sie anschaulich demonstrieren will. Während sie die letzten Vorbereitungen trifft, hat Prof. Grohmann viele Fragen zum Thema Feuer und Schutz vor Verbrennungen zu beantworten. Dann ist soweit. Unter der Flamme und den chemischen Substanzen im Reagenzglas beginnt der rote Gummibär, den Andreas Hollmann hinzugegeben hat, tatsächlich an zu brummen. "Hat euch das Experiment gefallen, will Prof. Grohmann im Anschluss wissen. "Ja, aber dem Gummibären nicht", melden sich einige Kinder zu Wort.
Insgesamt fünf Experimente bekommen die Mädchen und Jungen sowie ihre Eltern beziehungsweise Großeltern zu sehen. Und tatsächlich gelingt es, dass eine Wunderkerze unter Wasser weiter brennt. Die begeisterten Reaktionen der kleinen "Studenten", die vielen "Aahs" und "Oohs" bereiten auch den beiden Referenten sichtlich Spaß.
"So voll wie heute war der Hörsaal noch nie. Mittlerweile gibt es auch schon eine ganze Reihe Kinder, die drei Stempel auf ihrer Uni-Karte haben", sagt Angelika Röder, die zu den fünf ehrenamtlichen Mitstreitern der KinderUni gehört. Unterstützung gibt es vom Eltern-Kind-Zentrum Eberswalde. Elf große selbstgebackene Blechkuchen haben die zehn Helfer um Leiterin Jane Hirt mitgebracht. Der Erlös soll dem Zentrum, das am Karl-Marx-Platz seinen Sitz hat, zugute kommen. "Vielleicht für einen gemeinsamen Grillabend", sagt Jane Hirt. Mehr als 100 Familien kommen regelmäßig ins Eltern-Kind-Zentrum, um sich mit anderen Eltern auszutauschen, gemeinsam Sport zu treiben oder einfach nur zum Kaffeeplausch.
Wieder mit vertreten ist auch die Buchhandlung Puppe-Mahler. Mit ihrem Literaturangebot haben sich Hartwig Mahler und Silvia Puppe ganz dem Thema angepasst. "Coole Experimente für zu Hause", "Spannende Experimente", "Erde" und "Meereskunde" bringen nicht nur Kinder zum Staunen.
Morgen schon werden die Organisatoren der KinderUni wieder zusammenkommen. Dann geht es nicht nur um die Bilanz des 8. Semesters, sondern schon um die JugendUni im September und mögliche Themen für das 9. Semester. Gut 1100 Teilnehmer in diesem Jahr damit fast 200 mehr als 2012, setzen die Latte schon jetzt ziemlich hoch.