Beschwerdeführer ist Eckhardt Brenmöhl. Der Lichterfelder hat mittlerweile Gespräche mit dem Ortsbeirat geführt, mit dem Schorfheider Bürgermeister und dem Barnimer Landrat. Alles, ohne eine für ihn zufriedenstellende Lösung zu finden.
Brenmöhl moniert, dass die Bäume zu dicht an den Häusern stehen, zum Teil zu dicht aneinander, und dass sie wegen ihrer weitverzweigten Wurzeln die falsche Baumart für die Steinfurter Allee seien. In seiner Argumentation beruft er sich auch aufs Bürgerliche Gesetzbuch. "Die Gemeinde hat einen Abstand zur Grundstücksgrenze von vier Metern einzuhalten", erklärt er. Die werden vor seinem Haus nicht eingehalten: "Bei mir stehen zwei Linden genau neben dem Grenzstein."
Für sein Anliegen hat er die Unterschriften von einem Großteil der Anwohner gesammelt. Die Gemeinde hält dagegen. Ortsvorsteher Matthias Gabriel (Bündnis Schorfheide) habe mit den Betroffenen gesprochen und die Mehrheit umgestimmt. Das wiederum bestreitet Brenmöhl. Ein Nachbar habe sogar einen Anwalt eingeschaltet. Diesen Schritt behält er sich auch selbst vor.
Uwe Schoknecht (Bündnis Schorfheide) reagiert auf MOZ-Anfrage gelassen: "Dann wird die Angelegenheit eben überprüft vom Gericht. Wir warten jetzt ab." In einem Schreiben, das die Verwaltung vor Kurzem an Brenmöhl geschickt hat, verzichtet der Bürgermeister auf Stellungnahmen, mit Hinweis auf das schwebende Verfahren.
Zuvor hat Eckhardt Brenmöhl bereits ein Schreiben von Landrat Bodo Ihrke (SPD) erreicht. In dessen Sprechstunde hatte der Lichterfelder eine Beschwerde eingereicht. Ihrke schreibt: "Die Bäume der Steinfurter Allee befinden sich im öffentlich gewidmeten Straßenraum." Auch wenn der Baulastträger, die Gemeinde, nicht Eigentümer der in Anspruch genommenen Grundstücke sei, habe er dennoch die Rechte und Pflichten des Eigentümers. Und zwar im Umfang, wie es die Aufrechterhaltung des Gemeingebrauchs erfordere.
Außerdem beruft er sich darauf, dass fragliche Straße eine Allee im naturschutzrechtlichen Sinne sei. Wenn es notwendig ist - etwa aus Gründen der Verkehrssicherheit - einen Baum zu entfernen, sei eine Ersatzpflanzung vorzunehmen. "Naturschutzrechtliche Maßnahmen müssen von den Eigentümern geduldet werden, soweit die Nutzung des Grundstücks nicht unzumutbar beeinträchtigt wird", erklärt Ihrke weiter.
Eckhardt Brenmöhl will dennoch dranbleiben. "Ich mach es wie die Linden", sagt er, "immer Millimeter für Millimeter."