Spannend ging es beim FSV Lok schon in den vergangenen Tagen zu. Hält er oder hält er nicht, der Rasen im heimischen Fritz-Lesch-Stadion, das war die große Frage. Der Winter, der zuletzt ziemlich nass daherkam, hatte dem grünen Geläuf ziemlich zugesetzt. Am Donnerstag dann, zwei Tage vor dem Pokalkracher, hat der Platzwart grünes Licht gegeben. Das Derby kann steigen.
Aus Lok-Sicht ist das genau das, was man hören wollte. "Die Jungs sind heiß, wir wollen spielen", hatte Lok-Trainer Jörg Thormann schon zu Wochenbeginn wissen lassen. Er konnte mit seiner Elf in den vergangenen Tagen aufgrund des aufgeweichten Platzes nur in der Halle trainieren. Man startet also im wahrsten Sinnen des Wortes "aus der Kalten", wie Thormann es nennt, trotzdem glaubt man an seine Chance. Der Lok-Coach sagt: "Wir sind froh, dass wir im Viertelfinale sind. Für uns ist das jetzt Zugabe. Es ist ein Prestigeduell. Die (Preussen II, d. Red.) werden sicher nicht gegen die kleine Lok verlieren wollen. Die haben keinen schlechten Kader. Aber wir haben auch keine Gurkentruppe."
Wohl war. Der FSV spielt in der Kreisliga bisher - genau wie schon letzte Saison - oben mit. Momentan ist man Dritter, liegt hinter Fortuna Glienicke und dem BSV Blumberg. Der Aufstieg ist nach wie vor nicht unmöglich. Und auch, wenn es beim FSV Lok keiner so lauthals rausposaunt: Aufsteigen in die Kreisoberliga wollen sie schon irgendwie irgendwann.
Dort spielt bereits die Reserve von Preussen. Allerdings hat die Elf von Michael Zühlke bisher eine durchwachsene Hinrunde hinter sich (7. Platz). "Man muss gucken, wen sie aus der Ersten mit dabei haben", sagt Lok-Trainer Thormann. Er rechnet mit einem umkämpften Spiel um den Halbfinal-Einzug.
Viel Unterstützung "von oben" aus dem Brandenburgliga-Team dürfte die Preussen-Reserve aber nicht bekommen, denn: Die "Erste" ist am Sonnabend zeitgleich selbst im Einsatz. Bei Oberligist Victoria Seelow steht die Generalprobe vor dem Rückrundenstart am kommenden Wochenende an. Und Frank Rohde, Trainer der Brandenburgliga-Elf, hat bereits durchblicken lassen, dass er in Seelow mit seiner kompletten Kapelle antreten will. Wie viel personelle "Hilfe" er da dem zweiten Team für den Pokal-Hit gegen Lok gewährt, wird eine der spannenden Fragen vor dem Anpfiff im Lesch-Stadion sein.
Der FSV hofft in jedem Fall auf viele Zuschauer und viel Spannung. "Die letzten Duelle waren noch zu Zeiten des alten Fußballkreises und immer spannend bis zur letzten Minute", erinnert sich Lok-Sportwart Felix Rödl. "Sollte es dieses mal wieder so sein, hätten wir nix dagegen."