Einmal Lunge-Röntgen bitte! Kein Problem. Innerhalb von Sekunden liegt das Ergebnis vor – digital auf dem Monitor des Arztes. Mehr als 38 000 Untersuchungen hat die Klinik für Radiologie und Neuroradiologie im Eberswalder Werner-Forßmann-Krankenhaus im vorigen Jahr mit dieser Methode erbracht. Insgesamt stehen für die Abteilung für 2010 gut 55 000 Untersuchungen zu Buche. Das Röntgen, sagt Chefarzt Dr. Jörg Seemann, ist in der Diagnostik nach wie vor die Hauptsäule und die häufigste Leistung.
Doch die Zeiten, da sich Radiologie auf Röntgen oder Computertomographie (CT), auf das bloße Durchleuchten des Körpers beschränkte, sind längst vorbei. „Das Spektrum hat sich in den vergangenen Jahren extrem erweitert“, sagt Eberswaldes Chefradiologe. Neben der reinen Bildgebung gehören heute auch interventionelle Verfahren, wie es in der Fachsprache heißt, zur Disziplin.
Radiologen diagnostizieren nicht nur, sie therapieren. Minimal-invasive Eingriffe zählen so auch am Forßmann-Krankenhaus zum Standard. „Vor allem im Bereich der Gefäßsysteme“, erklärt Dr. Seemann, dessen Spezialität die Behandlung von Gefäßfehlbildungen bei Kindern ist.
Aus diesem Grund hatte sich die Gesellschaft für Leben und Gesundheit (GLG) entschlossen, die Klinik für Radiologie und Neuroradiologie am „Forßmann“ technisch nachzurüsten. In den Wirtschaftsplan 2011 war die Anschaffung einer biplanen Angiographieanlage aufgenommen worden. Vor einigen Wochen ging das Gerät nach erfolgreichem Probelauf in Betrieb. Mit summa summarum 2,2 Millionen Euro sind Kauf und Installation gleichsam die größte Investition der GLG in diesem Jahr.
Mit der apparativen Erweiterung „haben wir Universitätsniveau erreicht“, sagt Dr. Seemann stolz. Die nächsten vergleichbaren Anlagen stehen in Berlin-Buch sowie an der Charité (Campus Mitte).
Und was kann die neue, millionenschwere Technik? Bei der biplanen Angiographieanlage handele es sich um ein digitales Röntgengerät zur Darstellung von Blutgefäßen. Die Anlage liefere dank zweier Flachbilddetektoren, die um dem Körper des Patienten rotieren können, dreidimensionale Bilder. Eine Art 3D-Kino also in der Radiologie. „Bislang standen uns nur Aufnahmen in jeweils einer Ebene zur Verfügung“, macht der Chefarzt den Unterschied zur alten Generation deutlich.
In Kombination mit der Gabe von Kontrastmitteln kann die Anlage beispielsweise Arterien und krankhafte Veränderungen daran sichtbar machen – in einer deutlich besseren Bildqualität. „Dies erhöht zum einen die Diagnosesicherheit. Zum anderen verringert sich für den Patienten die Strahlenbelastung“, nennt Dr. Seemann Vorzüge.