Neun Monate ist ihre Stiftung jung. Innerhalb dieser Zeit sei es gelungen, das so wichtige Kapital zu verdoppeln. Das gab Martin Hoeck am Montagabend vor Konzertbeginn in der Märchenvilla preis. Gemeinsam mit seinem Vater Ralph-Peter Hoeck hatte der Stadtverordnete die gleichnamige Stiftung im Mai vergangenen Jahres gegründet. Beide brachten 5000 Euro Eigenkapital ein. Mittlerweile haben sich Menschen gefunden, die die Ambitionen der beiden unterstützen möchten. Auf 22300Euro ist das Stiftungsvermögen angewachsen. Das Geld darf zwar vermehrt, aber nicht ausgegeben werden. Die Erträge aus dem Kapital sollen in erster Linie die Kontinuität der Hilfe sichern.
Hauptaugenmerk liegt auf dem Hospiz. Mit 100 Euro im Monat wird die Einrichtung, die todkranke Menschen aus dem Barnim und der Uckermark aufnimmt, seitens der Organisation unterstützt. "Das soll perspektivisch natürlich mehr werden", sagt Martin Hoeck, dessen Mutter selbst im Hospiz untergebracht war, bevor sie 2014 im Alter von nur 56 Jahren an einem Hirntumor starb. "Die Arbeit im Hospiz hat uns einfach überzeugt", so Hoeck über sich und seinen Vater. Gleichzeitig hätte die Familie festgestellt, wie wichtig es war, dass die Mutter trotz der Krankheit mobil blieb, dass gemeinsam Ausflüge unternommen werden konnten.
Mobilität bleibt daher ein Thema, dem sich die Stiftung auch in Zukunft widmen möchte. Im vergangene Jahr hatte sie den Behindertenverband bei der Anschaffung eines Kleinbusses unterstützt. Auch behindertengerechte Fahrzeuge von Einzelpersonen mitzufinanzieren sei denkbar.
Um sofort helfen zu können, ist die Stiftung auf Spenden angewiesen. 595Euro kamen am Montag von den Konzertgästen. Gestiftet wurden 265 Euro. Das Eintrittsgeld - 70 zahlende Gäste wurden am Abend gezählt- deckte die Kosten der Veranstaltung, in dessen Mittelpunkt ein zierlicher Pianist in schwarzem Hemd und schwarzer Hose stand. Der mehrfach ausgezeichnete gebürtige Japaner Daisuke Kanamaru hatte seine Hände bis kurz vor Konzertbeginn in dicke Wollhandschuhe gehüllt und präsentierte dem Publikum am schwarz glänzenden Bechstein-Flügel Stücke von Haydn, Liszt, Szymanowski und Babadjanian.
Kennengelernt hatte ihn Martin Hoeck vor fünf Jahren bei einem Konzert in Berlin, das beide besucht hatten. In der Hauptstadt habe er dem seit vielen Jahren in Amsterdam lebendem Musiker keinen Auftritt besorgen können, dafür im vielleicht prachtvollsten Ambiente unweit der Hauptstadt - der Eberswalder Märchenvilla.
Diese bot im Anschluss an die Klavierkünste viel Gelegenheit zum Austausch über den Stiftungsgedanken und die weiteren Vorhaben. Noch in diesem Jahr will die Organisation ein weiteres Konzert mit klassischer Ausrichtung veranstalten. Abende wie der am Montag dienten, so Hoeck, in erster Linie dazu, die Stiftung bekannter zu machen.
Das ruft nicht nur Spender auf den Plan, sondern weckt auch Begehrlichkeiten bei Menschen, die einer Finanzspritze bedürfen. Anfragen seien laut Martin Hoeck auch aus anderen Teilen Deutschlands, zum Beispiel aus Köln gekommen. Den Menschen dort zu helfen, würde die Satzung nicht verbieten, so Hoeck. "Doch wir wollen zunächst regional Fuß fassen", sagt er. In diesem Jahr liege der Fokus auf der Erhöhung des Kapitals.