"Die Welt zu Gast in Eberswalde" lautet der Untertitel der Veranstaltungsreihe "Diplomatischer Salon", deren Ziel es ist, Einblicke in andere Länder zu geben und Verständnis für andere Kulturen zu wecken. Das entspricht der Förderung internationaler Gesinnung, der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens, die als einer von acht Stiftungszwecken in der Satzung der Hoeck-Stiftung aufgeführt wird.
Gründer der Stiftung sind Martin Hoeck (30) der seit April 2015 als Geschäftsführer der AMglobal Strategies Consulting UG seine Brötchen verdient, in Eberswalde und im Barnim aber vor allem durch sein kommunalpolitisches Engagement bekannt geworden ist, und sein Vater Ralph-Peter Hoeck (54), der als Kassierer bei der Sparkasse Barnim arbeitet. Mit der Stiftung setzen die Hoecks ihrer Mutter und Ehefrau Dagmar Hoeck ein Denkmal, die im August 2014 im Alter von nur 56 Jahren einem Hirntumor erlegen war. "Die beiden letzten Monate ihres Lebens hat meine Mama im Hospiz am Drachenkopf verbracht", sagt Martin Hoeck. Dort sei die Sterbenskranke liebevoll umsorgt und auf ihrem letzten Weg begleitet worden, betont der Vorsitzende der Stiftung, deren Kapital 10 000 Euro beträgt. Gerade für Stiftungen sei dieser Grundstock eher niedrig, räumt er ein.
Zumal die Stiftungszwecke nach einem deutlich größeren Kapital verlangen, dessen Zinsen und Zinseszinsen schließlich irgendwann dafür reichen sollen, das Wohlfahrtswesen und das bürgerliche Engagement zugunsten gemeinnütziger und mildtätiger Zwecke, Sport und Kultur, Heimatpflege und Heimatkunde sowie die Entwicklungszusammenarbeit zu fördern. Zudem sollen Menschen unterstützt werden, die infolge ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustands auf die Hilfe anderer angewiesen seien. "Es ist gerade die Nachhaltigkeit, die uns an Stiftungen so gefällt", sagt Martin Hoeck. Der Grundstock bleibe unangetastet und werde durch Zustiftungen wachsen. "Wir greifen nur auf die Zinsen und Zinseszinsen zurück und sammeln Spenden", kündigt der Vorsitzende an, der während eines Praktikums bei der Deutschen Bank 2009 in den USA erstmals deutlich die Vorteile von Stiftungen erlebt hat. "In Washington ist für die Besucher der Eintritt zu allen Museen frei, weil die durch Stiftungen finanziell abgesichert sind", berichtet Martin Hoeck, der seit März 2015 ehrenamtlich den Kreisverband Barnim der FDP führt und für die Liberalen zudem bereits seit Oktober 2008 in der Eberswalder Stadtverordnetenversammlung sitzt.
Die Hoeck-Stiftung sei am 16. Mai dieses Jahres durch das Brandenburger Ministerium des Inneren und für Kommunales anerkannt worden - mit der fortlaufenden Stiftungsnummer 222. Zuvor hätten die für Stiftungen zuständigen Ministeriumsmitarbeiter Vater und Sohn mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Die Landesbehörde verlange bei gemeinnützigen Stiftungen auch keine Gründungsgebühr und nehme einmal pro Jahr den Sachbericht entgegen. "Wir sind dem Ministerium und dem Finanzamt rechenschaftspflichtig", teilt Martin Hoeck mit.
Vor allem wegen ihrer Langfristigkeit sei die familiäre Entscheidung pro Stiftung gefallen. "Wir wollen uns gern auch künftig in Eberswalde und in der Region engagieren", betont der Vorsitzende. Deswegen hätten sein Vater und er auch nicht einfach nur einen Betrag X gespendet - zum Beispiel, um den Förderverein zu unterstützen, der das Hospiz am Drachenkopf betreibt und dafür inzwischen fast 90 000 Euro an Eigenmitteln pro Jahr erwirtschaften muss. Es wird dauern, bis die Einrichtung aus Erträgen der Hoeck-Stiftung bedacht werden kann. "Weil wir so lange nicht warten wollen, haben mein Vater und ich uns entschieden, dem Hospiz ab Juli pro Monat 100 Euro zu spenden", sagt Martin Hoeck. Zudem gab es einmalig 500 Euro für den Behindertenverband Eberswalde. Die Stiftung haben sogar schon Bitten um Unterstützung erreicht - aus Köln und aus Hofgeismar bei Köln. "Diese Anfragen haben wir aber abschlägig beschieden", informiert der Vorsitzende.
Zweiter Diplomatischer Salon, heute ab 19 Uhr, Stadtbibliothek, Bürgerbildungszentrum, Puschkinstraße 13, Internetadresse: www.hoeck-stiftung.de